Stand: 03.07.2019 21:07 Uhr

Waldbrand bei Lübtheen: "Es gibt Lichtblicke"

Erstmals seit dem Ausbruch des Feuers am Sonntag hat sich die Lage im Waldbrandgebiet bei Lübtheen leicht entspannt. Etwa 450 Anwohner konnten am Mittwoch in ihre vorsorglich geräumten Häuser zurückkehren. Die Einsatzleitung gab als erstes Trebs wieder frei. Am frühen Abend folgten das Nachbardorf Jessenitz-Werk sowie Volzrade. Nur die Einwohner von Alt Jabel warten noch auf die Rückkehr in ihre Häuser. Die Einsatzkräfte konnten den Waldbrand am Mittwoch weiter eindämmen. Inzwischen seien noch rund 670 Hektar betroffen. "Wir haben das Feuer das erste Mal im Griff", sagte Landrat Stefan Sternberg (SPD) im Rahmen einer Pressekonferenz am Mittwochnachmittag. Von einer generellen Entspannung könne aber noch keine Rede sein.

Feuerwehren können geräumte Wege nutzen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) würdigte den Einsatz aller Hilfskräfte vor Ort und sprach allen Helfern ihren "tiefen Dank" aus. Die ganze Nacht zum Mittwoch hindurch hatten hunderte Einsatzkräfte gegen die Flammen gekämpft. Berge- und Pionierpanzer der Bundeswehr räumten zugewucherte Schneisen und Wege frei, damit Feuerwehrfahrzeuge näher an die einzelnen Brandherde herankommen. Nur auf diesen Wegen besteht keine Gefahr durch Blindgänger und Munitionsreste auf dem stillgelegten Truppenübungsplatz. Zuletzt hatte sich das Feuer nicht weiter auf Dörfer am Rande des Geländes zubewegt.

Flüsse werden für Wasserversorgung aufgestaut

Der Einsatzstab des Landkreises Ludwigslust-Parchim hat rund 4.000 Helferinnen und Helfer im Einsatz, die wechselweise in vier Schichten rund um die Uhr an den Löscharbeiten beteiligt sind. Auch aus angrenzenden Bundesländern sind Helfer gekommen: rund 100 Feuerwehrleute aus Schleswig-Holstein sowie 110 Kräfte aus Niedersachsen. Mehr als 20 Wasserwerfer der Polizei und mehrere Löschhubschrauber sind im Einsatz. Mittwoch ist Tag vier des Großfeuers - um weiterhin genug Löschwasser zu haben, lässt der Einsatzstab kleine Flüsse in der Region aufstauen.

Kripo hat 60 Hinweise zu möglicher Brandstiftung

Der Waldbrand ist laut Kriminalpolizei an einer anderen Stelle ausgebrochen als der Brand in der vergangenen Woche. Gleich drei Brandstellen konnten entlang eines Weges ausgemacht werden - zu viele für einen Zufall. Die Kriminalpolizei hat bislang gut 60 Hinweise zu einer möglichen Brandstiftung. Sollte ein Täter ermittelt werden, drohen für dieses Delikt bis zu zehn Jahre Haft.

Ministerpräsidentin Schwesig fordert Plan vom Bund

Am Dienstagabend kam Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) nach Lübtheen, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen. Schwesig forderte wie zuvor schon Innenminister Lorenz Caffier (CDU) Verbesserungen beim Brandschutz auf munitionsbelasteten Flächen: "Es muss uns zusammen mit dem Bund etwas einfallen, dass wir im nächsten Jahr nicht wieder in einer solchen Situation sind. Wir brauchen jetzt Klarheit in Deutschland, wie gehen wir mit solchen Gebieten um." Vor allem dankte sie den Einsatzkräften und Freiwilligen aus dem gesamten Bundesgebiet für ihren Einsatz bei Tag und bei Nacht.

Landkreis hat Bürgertelefon eingerichtet

Seit Sonntagabend waren bereits vier Orte -Volzrade, Alt Jabel, Jessenitz-Werk und Trebs - evakuiert worden. Insgesamt mussten etwa 650 Menschen ihre Häuser verlassen. Für Anwohner wurde ein Bürgertelefon unter der Nummer 038855-78744 eingerichtet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 03.07.2019 | 20:00 Uhr

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