Stand: 05.07.2019 06:13 Uhr

Waldbrand Lübtheen: Einsatzkräfte hoffen auf den Regen

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Insgesamt sind 1.300 Hektar Wald von dem Brand betroffen. Aktuell brennen noch 600 Hektar.

Die Lage des Großfeuers auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen (Landkreis Ludwigslust-Parchim) hat sich weiter entspannt. Das Bodenfeuer im munitionsbelasteten Wald konnte in Schach gehalten werden - aktuell brennen wieder 600 Hektar Wald. Wegen der Löschwasser-Knappheit setzt die Einsatzleitung auch auf die Wasserzufuhr aus dem Schweriner See. Dafür bleiben Schleusen und Wehre geöffnet und leiten über Kanäle Wassernachschub in die Krisenregion. Der Katastrophenalarm bleibt vorerst bestehen, um den Helfern Straßen, Wege und den Luftraum über Lübtheen für ihre Arbeit freizuhalten Etwa 2.500 Einsatzkräfte sind im Vier-Schicht-System vor Ort.

 

Besonderer Fokus auf Alt Jabel

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Landesumweltminister Backhaus forderte bei einem Treffen mit Bundesumweltministerin Schulze erneut ein stärkeres Brandschutz-Engagement auf munitionsbelasteten Flächen.

Für den evakuierten Ort Alt Jabel gibt es bisher noch keine Entwarnung: Das Feuer kann aktuell auf einem Abstand von rund 450 Metern Abstand gehalten werden. Die Häuser von Alt Jabel befinden sich daher noch in der Gefahrenzone von 1.000 Metern. Mit dem gezielten Wässern durch Löschhubschrauber der Bundeswehr soll Alt Jabel schnellstmöglich gesichert werden. Einweiser am Boden navigieren die Piloten direkt über die Glutnester. Auch angekündigtes Schauerwetter könnte Helfern und Anwohnern in die Karten spielen. Nach Angaben des Deutsches Wetterdienstes sind sowohl für heute als auch für Samstag Schauer angekündigt. Wann die 280 Einwohner in ihre Häuser zurückkehren können, ist noch nicht klar. Alle anderen Orte, die wegen des Feuers geräumt wurden, sind schon wieder freigegeben.

Baukosten für Katastrophenschutz auf 35 Millionen Euro geschätzt

Am Donnerstag machte sich Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) ein Bild von der Situation in Lübtheen. Landesumweltminister Till Backhaus (SPD) bekräftigte noch einmal die Forderung der Landesregierung nach einem stärkeren Engagement des Bundes beim Brandschutz auf munitionsbelasteten Flächen. Allein für den Bau von Ringstraßen und Tiefbrunnen für ebensolche Katastrophenfälle bezifferte Backhaus den Bedarf auf mindestens 35 Millionen Euro.

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Der Ticker zum Waldbrand bei Lübtheen zum Nachlesen

Der Brand auf dem Truppenübungsplatz bei Lübtheen ist weiter eingedämmt. Das teilte Landrat Sternberg auf einer Pressekonferenz mit. Alt Jabel bleibt weiter evakuiert. mehr

Weiter schweres Gerät im Einsatz

Sechs Wasserwerfer, drei Löschhubschrauber und weitere Einheiten mit Spezialtechnik sorgen rund um Alt Jabel dafür sorgen, dass das Feuer weiter zurückgedrängt werden kann. Um weiterhin genug Löschwasser zu haben, lässt der Einsatzstab kleine Flüsse in der Region aufstauen. Zur Entlastung der Freiwilligen Feuerwehren wurden zuletzt mehr Kräfte der Bundeswehr-Feuerwehr angefordert. Am Mittwoch hatte sich die Lage im Waldbrandgebiet erstmals seit dem Ausbruch des Feuers am Sonntag leicht entspannt. Etwa 450 Anwohner konnten am Mittwoch in ihre vorsorglich geräumten Häuser zurückkehren.

Bundesweite Hilfsbereitschaft

Auch aus angrenzenden Bundesländern sind Helfer gekommen: rund 100 Feuerwehrleute aus Schleswig-Holstein sowie 110 Kräfte aus Niedersachsen. Insgesamt sind mehr als 20 Wasserwerfer der Polizei und mehrere Löschhubschrauber täglich im Einsatz.

Schwesig fordert Konzept zur Sanierung

Auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hatte sich in dieser Woche einen Überblick in Lübtheen verschafft. Sie forderte vom Bund ein Konzept zur Sanierung munitionsverseuchter Flächen. Langfristig müsse der Bund ein Zukunftskonzept für das Gelände und andere munitionsbelastete Flächen unter Berücksichtigung von Naturschutzvorgaben und Sicherheitsmaßnahmen erstellen. Der Bund ist Eigentümer der Fläche.

Mittelfristig solle ihrer Ansicht nach die Bundeswehr auf dem Truppenübungsplatz die Brandnachsorge verstärken. "Es muss uns zusammen mit dem Bund etwas einfallen, dass wir im nächsten Jahr nicht wieder in einer solchen Situation sind. Wir brauchen jetzt Klarheit in Deutschland, wie gehen wir mit solchen Gebieten um?", so Schwesig am Mittwoch. Sie würdigte neben der Arbeit der Einsatzkräfte bei Tag und bei Nacht vor allem auch die "gelebte Solidarität" in der Region.

Landkreis hat Bürgertelefon eingerichtet

Seit Sonntagabend waren die vier Orte Volzrade, Alt Jabel, Jessenitz-Werk und Trebs evakuiert worden. Insgesamt mussten etwa 650 Menschen ihre Häuser verlassen. Für Anwohner wurde ein Bürgertelefon unter der Nummer 038855-78744 eingerichtet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 05.07.2019 | 06:00 Uhr

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