Stand: 05.03.2020 12:42 Uhr

Vorwurf: 36 Stunden misshandelt und gedemütigt

Landgericht Schwerin ©  Panorama/NDR Foto:  Panorama/NDR
Vor dem Landgericht Schwerin hat der Prozess gegen insgesamt elf Angeklagte unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung begonnen. (Archivbild)

Elf Angeklagte müssen sich wegen der Misshandlung eines geistig behinderten Mannes vor dem Landgericht Schwerin verantworten. Die Vorwürfe lauten erpresserischer Menschenraub, gefährliche Körperverletzung und sexuelle Nötigung. Zu Beginn schloss das Gericht die Öffentlichkeit weitgehend vom Prozess aus, um die Persönlichkeitsrechte zweier mitangeklagter Jugendlicher zu schützen.

Vorwurf: Von Festival in Wohnung entführt

Die Staatsanwaltschaft wirft den sechs Männern und drei Frauen im Alter zwischen 21 und 41 Jahren sowie zwei 15 und 18 Jahre alten Jugendlichen vor, im September vergangenen Jahres in Goldberg (Landkreis Ludwigslust-Parchim) einen 30 Jahre alten geistig behinderten Mann von einem Festival in die Wohnung einer Tatbeteiligten entführt zu haben.

Opfer musste Zigarettenstummel essen

Dort sollen sie ihn bis zum übernächsten Tag schwer misshandelt und gedemütigt oder dies zumindest geduldet haben. So musste das Opfer laut Anklage Zigarettenstummel essen, Urin trinken und sexuelle Handlungen ausführen. Angeblich wollten die Angeklagten den Mann "bestrafen", weil er auf dem Festival mit der zwölfjährigen Tochter einer Angeklagten gesehen wurde, die er von seiner Arbeitsstelle her kannte. Sechs der Angeklagten sitzen in Untersuchungshaft. Für den Prozess hat das Landgericht bislang neun Verhandlungstage eingeplant.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 05.03.2020 | 06:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Eine rote Fußgängerampel steht an der Straße vor dem Bundeskanzleramt in Berlin. © dpa Foto: Bernd von Jutrczenka

Erneute Corona-Einschränkungen: Das gilt ab Montag

Um die massiv steigenden Corona-Infektionszahlen einzudämmen, gibt es für die Bürger ab Montag drastische Einschränkungen. mehr

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig © NDR Foto: NDR

Schwesig zu neuen Corona-Regeln: Ein harter Schritt

Dem Coronavirus müsse "schnell, zügig und klar" die Stirn geboten werden, so Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschefin. mehr

Grafik mit der aktuellen "Corona-Ampel" für Mecklenburg-Vorpommern. © NDR

Corona in MV: 148 neue Infektionen, 2.486 insgesamt

Die meisten Neuinfektionen gibt es in Vorpommern-Greifswald. Dort steigt die Inzidenz auf den kritischen Wert von 52,8. mehr

Ein Virus schwebt vor einer Menschenmenge (Fotomontage) © panthermedia, fotolia Foto: Christian Müller

Vorpommern-Greifswald erstes Corona-Risikogebiet in MV

Der Sieben-Tages-Inzidenzwert stieg auf 52,8. Damit können weitere Kontaktbeschränkungen in Kraft treten. mehr