Baustelle des Swinetunnels in Swinemünde © Matthes Klemme Foto: Matthes Klemme

Bohrer eingetroffen: Riesenmaulwurf für den Swinetunnel

Stand: 08.10.2020 05:14 Uhr

Im polnischen Swinemünde ist der Riesen-Bohrer für den Bau des Tunnels unter dem Fluss Swine eingetroffen. Die Maschine wurde in China gebaut und mit einem Schiff nach Swinemünde gebracht.

Bis der Bohrer wirklich einsatzfähig ist, wird es allerdings noch dauern: bis zum Frühjahr, davon geht die Stadtverwaltung von Swinemünde aus. Die Maschine ist in rund 130 Einzelteilen angeliefert worden. Die müssen nun von Experten zusammengebaut werden.

Maulwurf aus Stahl

Der Bohrer wird von den Swinemündern Riesen-Maulwurf genannt. Er hat einen Durchmesser von mehr als 13 Metern und eine Länge von gut 100 Metern. Er soll die Verbindung schaffen zwischen dem Westteil der Stadt Swinemünde und dem Ostteil, der auf der Insel Wollin liegt. Geplant sind eine zweispurige Fahrbahn und ein parallel verlaufender Not-Tunnel.

Polnisches Millionenprojekt

Der Swine-Tunnel ist Teil des polnischen Infrastruktur-Großprojekts Schnellstraße S3. Diese soll den Norden Polens mit dem Süden verbinden - über 500 Kilometer von Swinemünde bis an die tschechische Grenze. Bis Ende 2022 soll der rund 200 Millionen Euro teure Tunnel fertig sein. Dann können die Autos ungehindert zwischen den Inseln Usedom und Wollin fahren.

Droht ein Verkehrskollaps?

Experten rechnen nach Fertigstellung des Tunnels mit steigenden Touristenzahlen auf Usedom - aber vor allem mit mehr Verkehr. Vor allem LKW-Fahrer könnten die neue Route nutzen und die Verkehrssituation in der Region noch verschärfen. Schon jetzt gibt es gerade in der Hauptferienzeit massive Verkehrsprobleme auf der Insel.

 

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