Weiße Hennen stehen in einer Geflügelzucht beieinander. © Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

Vogelgrippe: Vorerst keine landesweite Stallpflicht

Stand: 20.11.2020 13:24 Uhr

Wegen der Vogelgrippe sind bereits zehntausende Tiere in Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern getötet werden. Zunächst wird es aber keine landesweite Pflicht zur Aufstallung von Hausgeflügel geben.

Mecklenburg-Vorpommern will die weitere Ausbreitung der Vogelgrippe eindämmen. Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) hat dazu am Freitagvormittag mit den Landräten beraten. Nach der einstündigen Telefonkonferenz steht fest, dass die Landkreise bei der Seuchenbekämpfung wie bisher mit unterschiedlichen Maßnahmen vorgehen werden. Eine landesweite Stallpflicht für sämtliches Nutz- und Hausgeflügel wird es vorerst nicht geben.

Stallpflicht bislang vor allem in Risikogebieten

Es gibt bereits weitreichende Stallpflichten. Eine umfassende gilt allerdings nur im Kreis Vorpommern-Rügen und in der Landeshauptstadt Schwerin. Im Kreis Rostock müssen bisher nur Unternehmen ihr Geflügel im Stall behalten, in Risikogebieten an bestimmten Gewässern betrifft dies auch private Halter. Ausnahmslos alle Geflügelhalter müssen den Kontakt von Wildvögeln und Hausgeflügel unterbinden. Außerdem gilt in den beiden Sperrbezirken und Beobachtungsgebieten Neubukow und Gnoien ausnahmslos die Stallpflicht. In den Landkreisen Vorpommern-Greifswald, Ludwigslust-Parchim und Nordwestmecklenburg gibt es in definierten Risikogebieten mit besonders vielen Wildvögeln eine Stallpflicht.

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Allein im Kreis Rostock werden mehr als 70.000 Enten, Gänse und vor allem Legehennen getötet. Auf Rügen mussten bereits rund 16.000 Puten nach einem Vogelgrippe-Ausbruch in einer Mastanlage getötet werden. Kritik kommt von der Tierrechtsorganisation Animal Rights Watch. Eine Sprecherin sagte: die Tötung von gesunden Tieren wie etwa im Kreis Rostock sei blinder Aktionismus und ausschließlich ökonomisch motiviert. Es sollen so Einfuhrverbote für deutsches Geflügel in andere Länder verhindert und die Konsumenten beruhigt werden.

Derzeit besonders aggressiver Erreger im Umlauf

Die Vogelgrippe, auch Geflügelpest genannt, ist eine Infektionskrankheit vor allem bei Wasservögeln, die von Zugvögel oft über weite Strecken verbreitet wird. Die Vogelgrippe-Epidemie von November 2016 bis Frühjahr 2017 war die schlimmste Tierseuchenwelle dieser Art in Deutschland seit Jahrzehnten. Mehr als 900.000 Tiere mussten bundesweit gekeult werden. In diesem Jahr handelt es sich laut Experten um eine sehr aggressive Virus-Form.

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NDR 1 Radio MV | 20.11.2020 | 12:00 Uhr

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