Stand: 20.08.2018 12:16 Uhr

Viele Seiteneinsteiger unter Nachwuchs-Lehrern

In Mecklenburg-Vorpommern beginnen neben etwa 13.600 Schulanfängern auch zahlreiche neue Lehrer ihren Alltag an den Schulen im Nordosten. Unter den Neueinstellungen befinden sich auch 183 Seiteneinsteiger; damit liegt ihr Anteil bei 30 Prozent.

Mit Fortbildungen fit für den Lehrerberuf?

Knapp ein Drittel der neu eingestellten Lehrkräfte hat demnach keine klassische pädagogische Ausbildung. Gleich zu Beginn des Schuljahres sollen die 183 Seiteneinsteiger mit einer dreiwöchigen Qualifizierung auf den Lehrerberuf vorbereitet werden. Der Kompaktkurs soll später mit einer Reihe pädagogischer Fortbildungen ergänzt werden. Sowohl die Bildungsgewerkschaft GEW als auch die Opposition im Landtag, fordern eine handfeste pädagogische Ausbildung für die neuen Lehrer. Die Vorschläge reichen vom berufsbegleitendem Studium bis zum vollständigen Referendariat. Die Fraktionschefin der Linken in MV, Oldenburg, kritisierte außerdem die Tatsache, dass die Neueinsteiger mit einer dreiwöchigen Fehlzeit ins Schuljahr starten.

Hesse wirbt für neue Lehrer

Wie Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) bereits am Donnerstag mitgeteilt hatte, stellte das Land zum neuen Schuljahr 633 neue Lehrerinnen und Lehrer ein. Davon hätten nur 136 einen Zeitvertrag. Die meisten seien unbefristet eingestellt worden, so Hesse. Sie betonte, dass das Heraufbeschwören eines dramatischen Lehrermangels jeder Grundlage entbehre und nicht weiterhelfe. Die Zahl der 633 Neueinstellungen sei vorläufig, teilte Bildungsministerin Hesse mit. Das Land hatte mehr Stellen ausgeschrieben und hofft, auch in der ersten Woche nach Schuljahresbeginn weitere Arbeitsverträge abschließen zu können.

Kritik auch von Eltern und Gewerkschaften

Bild vergrößern
Zahlreiche neue Lehrer, doch decken sie die Lücken durch Pensionierungen ab?

Oldenburg kritisierte die hohe Zahl an Seiteneinsteigern. 183 Männer und Frauen würden unausgebildet an die Schulen geschickt, so Oldenburg im Gespräch mit NDR 1 Radio MV. Damit könne eine Bildungsministerin nicht zufrieden sein. Der Landeselternrat zeigt sich angesichts drohender Lücken in den Lehrerkollegien besorgt. Auch die Lehrergewerkschaft GEW hatte zuvor den Lehrermangel in MV kritisiert. Die stellvertretende Vorsitzende des Landeselternrats, Stefanie Kirsch, forderte Hesse auf, genau zu ergründen, weshalb nur 142 von 246 Lehramtsreferendaren in den Schuldienst des Landes wechselten.

Weitere Informationen

Schulbeginn für 150.000 Schüler in MV

In Mecklenburg-Vorpommern hat die Schule wieder begonnen. 150.000 Schülerinnen und Schüler starteten in ihren ersten Unterrichtstag nach den Sommerferien. mehr

Nachwuchs-Lehrer kehren MV den Rücken

Zum Schuljahresbeginn in knapp zwei Wochen bleiben in Mecklenburg-Vorpommern mehr als 300 Stellen für Referendare unbesetzt. Besonders Grund-, Regional- und Berufsschulen sind betroffen. (01.08.2018) mehr

GEW fordert 500 zusätzliche Lehrer

Die GEW ist mit den Arbeitsbedingungen für Lehrer in Mecklenburg-Vorpommern nicht zufrieden. Die Bildungsgewerkschaft fordert 500 zusätzliche Lehrer und mehr Geld für Grundschullehrer. (29.01.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 20.08.2018 | 12:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

02:02
Nordmagazin
01:46
Nordmagazin

GEW kritisiert Entwurf für neues Schulgesetz

25.09.2018 19:30 Uhr
Nordmagazin
06:07
Nordmagazin