Stand: 12.03.2018 12:39 Uhr

Viele Lehrer-Referendarsstellen unbesetzt

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Bildungsministerin Hesse verortet das Problem an den Universitäten und lässt die hohe Abbrecherquote untersuchen.

Mecklenburg-Vorpommern braucht neue Lehrer - jetzt schon und in den kommenden Jahren erst recht. Der sicherste Weg, junge Lehrer an die Schulen des Landes zu holen, ist immer noch, sie dort auch praktisch auszubilden - im Referendariat.

Viele Referendare - aber auch viele offene Stellen

Zur Zeit gibt es 659 Referendarinnen und Referendare an den Schulen im Land - so viele wie nie zuvor. Es könnten allerdings etliche mehr sein, kritisiert die Linksfraktion. Denn von den rund 450 Referendarsplätzen, die das Land vergangenen August für dieses Schuljahr besetzen wollte, blieben immerhin 300 frei. Das hat die Fraktion beim Land erfragt.

Linke wirft Ministerin Untätigkeit vor

Diese 300 Stellen wurden im Februar erneut ausgeschrieben - besetzt wurden wiederum längst nicht alle. Besonders für das Lehramt an Regionalschulen, an Berufsschulen und für Sonderpädagogik blieben etliche Referendarsstellen frei. Linksfraktionschefin Simone Oldenburg wirft Birgit Hesse (SPD) nun vor, dieser Entwicklung mehr oder weniger tatenlos zuzusehen - sodass zu jedem Einstellungstermin etliche Stellen offen blieben.

Gründe für Studiumsabbruch werden untersucht

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Linksfraktionschefin Oldenburg fordert, die Referendare an den Schulen intensiver durch Mentoren zu begleiten.

Bildungsministerin Hesse sieht das Problem klar im Lehramtsstudium an den Universitäten. Die Abbrecherquoten seien zu hoch, sagte Hesse am Montag - woran das liege, lasse das Land durch die Universität Rostock gerade wissenschaftlich untersuchen. Hier rechnet die Ministerin bis Jahresende mit den Ergebnissen.

Kritik an Rahmenbedingungen

Opposition und Lehrergewerkschaft GEW sehen dagegen die Bedingungen des Referendariats kritisch. Beide haben besonders die Begleitung der Referendare an den Schulen im Blick. Dafür gibt es Mentoren. Diese hätten aber zu wenig Zeit für ihre Schützlinge, so die Kritik. Das werte die Ausbildung ab, so die GEW.

Verkürzung nicht einfach zu machen

Diskutiert wird auch immer wieder, das Referendariat auf ein Jahr zu verkürzen, um es attraktiver zu machen. Ob das für die Qualität der Ausbildung dann noch reicht, ist umstritten. Zudem lässt sich so eine Kürzung auch gar nicht so einfach machen, heißt es vom Land. Denn das Referendariat jedes Bundeslandes muss von der Kultusministerkonferenz anerkannt werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 12.03.2018 | 12:00 Uhr

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