Stand: 03.01.2018 20:42 Uhr

Verpassen die Schulen den digitalen Anschluss?

Bild vergrößern
Moderne Computer sind an Mecklenburg-Vorpommerns Schulen eher die Ausnahme. (Symbolbild)

Mecklenburg-Vorpommerns Schulen hinken bei der Ausstattung mit digitaler Technik offenbar deutlich hinterher. Nach Angaben des Bildungsministeriums ist fast die Hälfte aller Computer älter als fünf Jahre. Nur sieben Prozent aller Schulen haben Zugang zum schnellen Internet mit einer Daten-Übertragungsrate von 50 Megabit pro Sekunde oder mehr, nur 17 Prozent der Unterrichtsräume verfügen über WLAN. Und immerhin 74 von 514 Schulen haben keine Möglichkeit, Inhalte eines Computerbildschirms über einen sogenannten Beamer im Klassenraum frontal zu zeigen. Das geht aus den neuesten Zahlen des Ministeriums hervor, die jetzt an den Bildungsausschuss des Landtags gegangen sind.

Vorliegende Zahlen sind schon zwei Jahre alt

Das Problem: Diese Zahlen sind bereits zwei Jahre alt, neuere Angaben über die digitale Ausstattung an den öffentlichen Schulen gibt es nicht. Die Linksfraktion nennt es "skandalös", dass die Landesregierung dem Ausschuss keine neueren Zahlen liefern könne, offenbar habe das Ministerium keinen Überblick. Möglicherweise seien die Rechner, die 2015 schon älter als fünf Jahre alt gewesen sind, noch immer im Einsatz. Außerdem sei zu befürchten, dass der Anteil der überalterten Computer weiter gestiegen ist.

Ministerium verweist auf Gemeinden, Städte und Landkreise

Linksfraktionschefin Simone Oldenburg fordert ein Landesprogramm, mit dem die zuständigen Kommunen als Schulträger bei der digitalen Ausstattung unterstützt werden - mindestens die Hälfte der Summe müsse vom Land kommen. "Wir sind weit entfernt von einer Digitalisierung", beklagte die Bildungsexpertin. Das Bildungsministerium reagierte gelassen: "Frau Oldenburg macht es sich zu einfach", erklärte Ministeriumssprecher Henning Lipski. Laut Schulgesetz seien die Gemeinden, Städte und Landkreise als Schulträger für die Ausstattung der Schulen zuständig. Lipski verwies außerdem auf Zusagen des Bundes. Dieser habe insgesamt fünf Milliarden Euro für mehr Computertechnik an den Schulen zugesagt, für Mecklenburg-Vorpommern würde das Hilfen von rund 100 Millionen Euro bedeuten. "Wir erwarten, dass eine neue Bundesregierung und der Bundestag den Digitalpakt auf den Weg bringen", so der Sprecher. Gespräche zwischen dem Bund und den Ländern würden auf Arbeitsebene weiter laufen.

Weitere Informationen
02:32
Nordmagazin

Digitalisierung in Schulen geht träge voran

29.11.2017 19:30 Uhr
Nordmagazin

In die Digitalisierung der Schulen werden von den Kommunen in den nächsten Jahren Millionen investiert. Doch in Anbetracht der Schnelllebigkeit der Technik dauert das zu lang.Gespräch. Video (02:32 min)

Wieder Kurssystem an Gymnasien in MV

Das Abitur in Mecklenburg-Vorpommern wird reformiert. Ab 2019 gibt es wieder Grund- und Leistungskurse in der gymnasialen Oberstufe. Das Vorhaben stößt auf geteilte Reaktionen. (21.11.2017) mehr

Digitalisierung stößt auf viele Hindernisse

Wie können kleinere und mittlere Betriebe in MV von der Digitalisierung der Arbeitswelt profitieren? Diese Frage stand im Zentrum einer Fachtagung in Rostock. (13.11.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 04.01.2018 | 07:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

02:37
Nordmagazin

Pilotprojekt: Telemedizin für Herzpatienten

24.04.2018 19:30 Uhr
Nordmagazin
02:48
Nordmagazin
04:06
Nordmagazin