Stand: 20.01.2020 12:21 Uhr

Vergabestreit um Marine-Großauftrag

von Stefan Ludmann, NDR 1 Radio MV

Illustration des Marinekampfschiffes MKS180. © Damen Schelde Naval Shipbuilding B.V.
Politik und Wirtschaft im Norden kritisieren die europaweite Ausschreibung des Marine-Auftrags.

Die Vergabe des großen Schiffbau-Auftrags der Marine, an dem auch die Wolgaster Peene-Werft beteiligt ist, steht möglicherweise auf der Kippe. Die unterlegene Kieler Werft German Naval Yards (GNYK) will den milliardenschweren Auftrag rechtlich prüfen lassen. Das Unternehmen in Schleswig-Holstein hatte sich um den Großauftrag beworben, ging am Ende aber leer aus.

Niederländisches Konsortium bekommt Zuschlag

Die Bundeswehr hatte vor einer Woche angekündigt, dass sie ihr neues und modernes Mehrzweck-Kampfschiff MKS 180 jetzt von einem niederländisch geführten Konsortium bauen lassen will. Beteiligt ist die auch Lürssen-Gruppe in Bremen mit ihrem Ableger, der Peene-Werft in Wolgast. Diese hat Erfahrung im Bau von Kampfschiffen.

Kieler Werft bezweifelt Rechtmäßigkeit der Vergabe

Die Baukosten für zunächst vier Schiffe werden auf etwas mehr als fünf Milliarden Euro veranschlagt. Jetzt kommt die Vergabe noch einmal auf den Prüfstand. Man habe sich nach gründlicher Prüfung entschieden, die Vergabe zu rügen, teilte die GNYK per Pressemitteilung mit. Es bestünden erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Vergabe. Man werde alle juristischen Möglichkeiten ausschöpfen. Die Kieler Werft - hervorgegangen aus den Howaldtswerken-Deutsche Werft (HDW) - hat ebenfalls langjährige Erfahrung im Bau von Marine-Schiffen.

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Schematische Darstellung des geplanten Mehrzweckkampfschiffs MKS 180. © MTG Marinetechnik GmbH Foto: MTG Marinetechnik GmbH

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Möglicherweise verzögert der Vergabestreit den Baubeginn: Bisher wird damit gerechnet, dass zumindest Teile des neuen Kampfschiffes ab 2023 in Wolgast gefertigt werden. Kritik an der Vergabe an ein niederländisches Unternehmen kam aus Wirtschaft, Politik und auch von der Gewerkschaft IG Metall. Es gehe für den Standort Deutschland um die Zukunft einer Schlüsseltechnologie, hieß es.

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Illustration des Marinekampfschiffes MKS180. © Damen Schelde Naval Shipbuilding B.V.

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NDR 1 Radio MV | 20.01.2020 | 12:30 Uhr

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