Stand: 10.03.2020 17:24 Uhr

Verbraucherschützer fordern mehr Geld vom Land

Ein Schild der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern hängen an einer Glastür vor einem Gang in einem Bürohaus. © dpa-Zentralbild Foto: Jens Büttner
Mit dem vom Land MV bewilligten Zuschüssen könne laut Verbraucherzentrale die Arbeit im ländlichen Raum nicht intensiviert werden.

Die Verbraucherschutzzentrale Mecklenburg-Vorpommern steht aktuell vor der Frage, wie sie die Bürger zu Coronavirus-Fragen beraten soll. Kostenpflichtig wie üblich oder kostenlos? Eine übliche Beratung zu einer eventuellen Stornierung einer geplanten Urlaubsreise kostet zwischen sechs und 15 Euro - je nach Umfang. "Darüber müssen wir reden, ob wir das machen sollten", gibt der Landesgeschäftsführer, Jürgen Fischer, am Dienstag in Schwerin zu bedenken. "Ob wir in einer solchen Situation, wo eigentlich eine Hotline geschaltet werden müsste, wo man Massen an Anfragen hat, ob wir dann noch an der Corona-Krise verdienen sollten."

Seit Jahren stagnierende Zuschüsse vom Land

Das Problem der Verbraucherzentrale im Land sei, so Fischer anlässlich des bevorstehenden Weltverbrauchertages, dass der Verbraucherschutz nicht die Entwicklung genommen hat, die man eigentlich erwarten müsste. 1,5 Millionen Euro hat der Verband für das laufende Jahr zur Verfügung. 450.000 Euro kommen nach Angaben Fischers vom Land als institutionelle Förderung, für Sachkosten wie Büroausstattung. Dieser Anteil sei zwar dynamisiert, er wächst also jedes Jahr leicht, doch wurde er seit Jahren nicht grundsätzlich angehoben. "Wir haben da offensichtlich keine Lobby im Finanzministerium", klagt Fischer.

Angewiesen auf Beratungshonorare

Zusätzlich zur institutionellen Förderung gibt das Land Mittel für Projektarbeit dazu, den Rest erwirtschaften die Verbraucherzentralen durch Beratungshonorare. So kommt der Verband in Mecklenburg-Vorpommern auf einen Jahreshaushalt von 1,5 Millionen Euro, von dem er vier Beratungsstellen in Schwerin, Rostock, Stralsund und Neubrandenburg und dazu noch Zweigstellen in Wismar und Güstrow unterhält. 20 Vollzeitstellen kann der Verein finanzieren, 26 Mitarbeiter beschäftigt er insgesamt, einige in Teilzeit.

In Süden Mecklenburgs mit dem "Digimobil" vor Ort

11.500 Beratungen konnten die Verbraucherschützer im Land im vergangenen Jahr leisten. Um auch in ländlichen Regionen vor Ort zu sein, bietet die Verbraucherzentrale auch eine Beratung vor Ort an. Und zwar mit dem sogenannten Digimobil - ein Kleintransporter fährt dabei übers Land. Wer Beratung sucht, kann in dem Wagen sein Anliegen erklären, Dokumente an die Experten in den Beratungsstellen schicken lassen und sich - sofern es die Mobilfunkverbindung zulässt - gleich per Videochat beraten lassen. Allerdings: Dieses Angebot gibt es nur im südlichen Mecklenburg. Denn das Digimobil ist eine Kooperation mit der Verbraucherzentrale in Brandenburg. Künftig wollen die Verbraucherschützer auch mehr darauf setzen, Öffentlichkeitsarbeit zu leisten, Vorträge zu halten und Marktbeobachtung anzubieten. Dafür soll die Beratung einzelner Verbraucher nicht mehr im Fokus stehen.

Weitere Informationen
Viele Geldmünzen sind auf mehreren Haufen gestapelt. © Helgi / photocase.de Foto: Helgi / photocase.de

Geld ansparen und anlegen: 6 einfache Tipps

Die Waschmaschine ist kaputt? Der nächste Urlaub steht vor der Tür? Ihr wollt später ein Haus kaufen? Eine Expertin erklärt, wie wir richtig sparen - kurzfristig und langfristig. mehr

Geldscheine liegen neben einem Stromzähler. © colourbox

Teurer Strom: So können Sie sparen

Der Strompreis ist stark gestiegen. Doch schon mit einfachen Mitteln können Verbraucher mehrere Hundert Euro pro Jahr sparen. Markt zeigt, wie's geht. mehr

Ein Mann sitzt in einem Beratungsgespräch bei der Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle © dpa - Bildfunk Foto: Angelika Warmuth

Tipps und Tricks für Verbraucher

Wer geldwerte Tipps und Informationen aus den Bereichen Haushalt, Vorsorge und Verbraucherrecht sucht, ist hier richtig. Wir informieren in Artikeln, Bildergalerien und Videos. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 10.03.2020 | 18:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Ein Auto fährt über Kopfsteinpflaster vom Grenzübergang Ahlbeck zur polnischen Stadt Swinemünde. © dpa Foto: Stefan Sauer

Corona-Risikogebiet Polen: Ausnahmen für Pendler

Polen wird Corona-Risikogebiet. Berufspendler, Schüler und Studierende sind dennoch von der Quarantäne-Pflicht befreit. mehr

Grafik mit der aktuellen "Corona-Ampel" für Mecklenburg-Vorpommern. © NDR

Corona in MV: Gesamtzahl steigt auf 2.066 Infektionen

Im Vergleich zu Donnerstag stieg die Zahl um 70 Fälle. mehr

Schwerin: Manuela Schwesig (SPD), die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, spricht im Plenarsaal des Landtags bei einer Beratung der Landesregierung mit kommunalen Vertretern und Gewerkschaften über weitere Schritte zur Rückkehr aus dem Corona-Lockdown mit Teilnehmern des Treffens. © dpa-Bildfunk Foto: Jens Büttner

Landtag verzichtet auf Maskenpflicht

Parlamentspräsidentin Birgit Hesse (SPD) spricht lediglich eine Empfehlung für den Mund-Nasen-Schutz aus. mehr

Außenansicht der renovierten Domschule in Güstrow © NDR Foto: Sabine Frömel

Strengere Corona-Regeln in Güstrow und Ludwigslust-Parchim

Infektionen am Gymnasium sind Grund für die Einschränkungen in Güstrow. mehr