Stand: 07.04.2019 10:52 Uhr

VBE: Schnelles Handeln für bessere Bildung

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Bildungsministerin Hesse verwies auf bereits geplante Verbesserungen - über die Reihenfolge der Maßnahmen sei noch zu entscheiden.

Der Lehrerverband Bildung und Erziehung (VBE) fordert Mecklenburg-Vorpommerns Landesregierung auf, die Arbeitsbedingungen für Lehrer schnellstmöglich attraktiver zu gestalten. Wenn nicht bald gehandelt werde, gehe dem Land der Erfahrungsschatz vieler älterer Lehrkräfte verloren, sagte VBE-Landeschef Michael Blanck.

Forderungen: Belastung senken, Gehälter anpassen

Auf seiner Jahrestagung am Sonnabend in Rostock forderte der Verband erneut, die Zahl der Pflicht-Unterrichtsstunden für Lehrer zu senken: 27,5 Stunden sind es in Mecklenburg-Vorpommern - das ist bundesweit ein Spitzenwert. Die hohe Arbeitsbelastung führe dazu, dass immer mehr ältere Pädagogen weit vor dem 65. Lebensjahr in Rente gehen, so Blanck. Der Verbandsvorsitzende forderte auch, die Gehälter der Grundschullehrer an die ihrer Kollegen in anderen Schulen anzugleichen und die Altersgrenze von 40 Jahren für eine Verbeamtung aufzuheben.

Bildungsministerin verweist auf Regierungsschwerpunkt

Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) sagte in Rostock, das Land müsse nun abwägen, in welcher Reihenfolge und welchem Umfang Veränderungen im Schulbereich umgesetzt werden sollen. Die Anhebung der Vergütung für Grundschullehrer auf das Niveau ihrer Kollegen an Regionalschulen sei "eine von vielen Maßnahmen, über die jetzt zu entscheiden ist". Außerdem verwies Hesse darauf, dass die Landesregierung in den kommenden beiden Jahren bis zum Ende der Legislaturperiode die Bildung zu einem Schwerpunkt machen, die Mittel für den Schulbau aufstocken und auch die Bedingungen für die Lehrer verbessern wolle.

Blanck sieht Investitionsbedarf von einer Milliarde Euro

"Wir erwarten, dass es nicht bei Lippenbekenntnissen bleibt und den Worten nun rasch Taten folgen", mahnte Blanck, der einstimmig als Vorsitzender des knapp 1.000 Mitglieder zählenden Verbandes wiedergewählt wurde. Er erneuerte die Forderungen des erst im März gegründeten "Bündnisses für gute Schule". "Wir haben schon jetzt an den Schulen des Landes einen Investitionsstau von 400 Millionen Euro. Rechnet man den Bedarf infolge von Inklusion und Digitalisierung hinzu, ist man schnell bei einer Milliarde Euro." Das müsse sich im nächsten Landesetat niederschlagen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 07.04.2019 | 10:00 Uhr

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