Stand: 29.04.2020 14:50 Uhr

Usedom: Vor 75 Jahren wurde die Karniner Brücke gesprengt

Die Landesregierung will noch in diesem Jahr Vorplanungen zum Wiederaufbau der Karniner Brücke auf den Weg bringen. Die 360 Meter lange und 35 Meter hohe Eisenbahnbrücke im Süden der Insel Usedom war heute vor 75 Jahren von Wehrmachtssoldaten gesprengt worden, die so den Vormarsch der Roten Armee verzögern wollten. Der mittlere Teil mit der Hubkonstruktion blieb aber im Peenestrom stehen.

Usedom-Berlin in zwei Stunden

Damals war die 1875 gebaute und seit 1933 zweigleisige Brücke Teil der einzigen Eisenbahnverbindung nach Usedom. Von Berlin aus war Usedom dadurch in rund zwei Stunden erreichbar. Seit der Zerstörung fahren zwischen Ducherow auf dem Festland und der heutigen polnischen Stadt Swinemünde keine Züge mehr. Usedom wurde erst nach der politischen Wende 1990 wieder an das Schienennetz angeschlossen - über Wolgast.

Vorschaubild für den Podcast "Hintergründe" auf NDR 1 Radio MV © ndr.de Foto: ndr.de

AUDIO: Ortszeit regional - Karniner Brücke (29 Min)

Immer wieder Forderungen nach Reaktivierung

In den vergangenen drei Jahrzehnten haben Vereine und die Tourismuswirtschaft auf Usedom immer wieder den Aufbau der alten Strecke über Swinemünde gefordert. Das Land hat deshalb Ende vergangenen Jahres knapp drei Millionen Euro für Vorplanungen in den Haushalt eingestellt, um unter anderem die Wirtschaftlichkeit der Bahnstrecke zu untersuchen. Derzeit stimmen sich das Verkehrsministerium und die Deutsche Bahn über die Inhalte der zu beauftragenden Vorplanung ab, sagte Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD).

Nach früheren Angaben vom ehemaligen Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) würde ein Streckenneubau der 43 Kilometer langen Verbindung zwischen Ducherow an der IC-Strecke Berlin-Stralsund und Swinemünde im polnischen Teil Usedoms 140 Millionen Euro kosten.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 29.04.2020 | 15:00 Uhr

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