Stand: 02.12.2017 16:00 Uhr

Usedom: Protest gegen Erdgasförder-Pläne

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Fürchten um den Tourismus: Kritiker der geplanten Erdgasförderung auf Uedom.

In Heringsdorf auf Usedom haben rund 300 Menschen gegen die geplante Erdgasförderung durch das Energieunternehmen Engie E&P Deutschland demonstriert. Die Bürgerinitiative "Lebensraum Vorpommern", Umweltverbände und die Grünen hatten zu dem Protest aufgerufen. Die Demonstranten zogen mit Transparenten und Trillerpfeifen vom Bahnhof zum Konzertplatz, dort gab es eine Abschlusskundgebung.

"Mit Tourismus nicht vereinbar"

Die Erdgasförderungs-Gegner fürchten um den Tourismusstandort Heringsdorf. "Gasförderung und Tourismus sind meiner Auffassung nach nicht vereinbar", sagte Heringsdorfs Bürgermeister Lars Petersen (CDU), der auch an der Veranstaltung teilnahm. Durch die bevorzugte Förder-Methode könne es zu einer Verschmutzung des Grundwassers auf der Insel kommen, so Petersen. Außerdem sei mit großen Geruchsbelästigungen durch austretenden Schwefelwasserstoff zu rechnen. Die Grünen-Politikerin Ulrike Berger verwies auf unabsehbare Folgen für Einheimische, Touristen und die Natur, sollte es zu einer Havarie kommen. Zudem müssten fossile Energieträger wie Erdgas im Boden bleiben, um die Energiewende voranbringen zu können.

Lagerstätte vor und unter der Insel

Engie E&P will mit sogenannten Horizontalbohrungen unmittelbar vor den Ostseebädern Heringsdorf und Bansin Erdgas fördern. Das Unternehmen besitzt das Recht zur Erschließung der Erdgaslagerstätte, die sich zu 90 Prozent vor der Küste Usedoms rund 2.600 Meter unter dem Meer befinden soll. Nach Berechnungen der Firma kann rund 25 Jahre lang Gas gefördert werden. Bis zu 15 Arbeitsplätze sollen entstehen.

Engie: Verfahren berücksichtigt Umweltschutz und Tourismus

Im Oktober hatte Engie E&P beim Bergamt Stralsund das Genehmigungsverfahren in Gang gesetzt und eine Anfrage für das Raumordnungsverfahren zur Erschließung eines Erdgasfeldes gestellt. Das Unternehmen betonte, dass für das Verfahren ein Konzept erarbeitet worden sei, das größtmögliche Rücksicht auf Natur- und Umweltschutz, Tourismus und das Gemeindeleben nehme.

Weitere Informationen

Neuer Anlauf für Erdgasförderung auf Usedom

Nachdem ein erstes Projekt zur Erdgasförderung auf Usedom gescheitert ist, startet das Unternehmen Engie einen neuen Anlauf. Dieses Mal soll der Tourismus stärker berücksichtigt werden. (27.01.2016) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 02.12.2017 | 16:00 Uhr

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