Stand: 21.03.2020 17:16 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Usedom: Einheimische in Sorge um Corona-Ausbreitung

Auf der Ferieninsel Usedom geht bei Einheimischen die Sorge um eine Ausbreitung des Coronavirus um. Zuletzt stieg die Aufregung wegen eines Vorfalls in einem großen Hotel. Mitarbeiter des Hauses in der Gemeinde Heringsdorf sind vorsorglich in Quarantäne geschickt worden. Denn in dem Hotel waren kurz zuvor - am Donnerstag vor einer Woche - zwei Urlauber abgereist, die anschließend in ihrem Heimatort positiv auf das Coronavirus getestet worden sind. Die Hotelleitung wollte sich dazu gegenüber NDR 1 Radio MV nicht äußern.

Bürgermeisterin fordert Kontrollen auf Inselzufahrten

Nicht zuletzt wegen dieses Vorfalls fordert die Bürgermeisterin von Heringsdorf, Laura Isabelle Marisken (parteilos), in einem Brief an Innenminister Lorenz Caffier (CDU) eine konsequente Allgemeinverfügung zum Schutz der Bevölkerung der Insel. Dazu gehören ihrer Meinung auch erneute Polizeikontrollen auf den Zufahrten zur Insel.

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Noch vor der Verkündung des Tourismus-Stops auf den Inseln Mecklenburg-Vorpommerns zu Wochenbeginn waren noch viele Urlauber aus den vom Coronavirus besonders betroffenen Bundesländern Berlin und Nordrhein-Westfalen nach Usedom gereist. Am vergangenen Wochenende sollen sich rund 60.000 Gäste auf der Insel aufgehalten haben.

Urlauber: Werden beschimpft

Viele Usedomer drücken derzeit in sozialen Medien ihre Sorge über eine Verbreitung des Virus auf der Insel aus. Bei manchen schlägt die Angst auch in Aggression um. Ein Urlauber gab gegenüber dem NDR Nordmagazin an, von Einheimischen beschimpft worden zu sein. "Die Einwohner haben Angst, dass wir Urlauber das Coronavirus einschleppen", so ein Thüringer. Er überlege sich, ob er wieder herkomme oder nicht. Ob es derzeit Fälle von Corona-Infektionen auf der Insel gibt, ist nicht bekannt. Zahlen werden nur für den Landkreis Vorpommern-Greifswald, zu dem Usedom gehört, erhoben. Dort waren stand Sonnabendmorgen 26 Personen mit dem Virus infiziert.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 21.03.2020 | 15:40 Uhr

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