Baustelle des Swinetunnels in Swinemünde © Matthes Klemme Foto: Matthes Klemme

Usedom: Bohrung für den Swinetunnel gestartet

Stand: 05.03.2021 16:22 Uhr

Im polnischen Swinemünde hat der Bau des Autotunnels unter der Swine begonnen. Ende 2022 soll das Bauwerk fertig sein, 2023 die ersten Autos durch den Swinetunnel rollen.

Die Tunnelbohrmaschine setzte sich am Freitagvormittag in der Startkammer auf der Usedomer Seite in Bewegung. "Unser Traum ist eine starke Küstenregion, die nicht nur ein Fenster zur Welt bildet, sondern Polen integriert und unsere Entwicklungschancen stärkt", sagte Regierungschef Mateusz Morawiecki beim Bohrstart. Pro Minute kommt der Bohrer etwa sechs Zentimeter voran. Gleichzeitig werden mehr als zwölf Meter breite Betonringe verlegt - pro Tag etwa fünf bis sechs. In einem halben Jahr, wenn die Maschine die Seite der Insel Wollin erreicht hat, werden es rund 780 Betonringe sein, die dann die Tunnelröhre unter der Swine bilden.

Verbindung zwischen Usedom und Wollin

Swinemünde (Świnoujście) wird von der Swine geteilt, einem Meeresarm der Ostsee, der zwischen den Inseln Usedom und Wollin verläuft und das Stettiner Haff mit dem Meer verbindet. Der Tunnel soll die beiden Inseln verbinden und damit auch die auf ihnen gelegenen Stadtteile. Bislang müssen Autofahrer und Fußgänger noch mit der Fähre übersetzen. Insgesamt wird der Tunnel eine Länge von knapp 1,8 Kilometern haben, was ihn nach Angaben der Stadtverwaltung zum längsten Bauwerk dieser Art in Polen machen wird.

2023 sollen Autos durch den Tunnel rollen

Swinemündes Stadtpräsident Janusz Żmurkiewicz sagte am Mittag beim Start der Maschine, er sei überzeugt, dass der Tunnel bis Ende kommenden Jahres fertig und Swinemünde dann dauerhaft mit dem Rest des Landes verbunden sein werde. Von 2023 an - so die Planungen - werden die Autos durch den Tunnel rollen können. Das Projekt kostet rund 220 Millionen Euro. 85 Prozent davon kommen von der EU. Den Rest bezahlt die Stadt Swinemünde.

Droht ein Verkehrskollaps?

Experten rechnen nach Fertigstellung des Tunnels mit steigenden Touristenzahlen auf Usedom - aber vor allem mit mehr Verkehr. Vor allem Lkw-Fahrer könnten die neue Route nutzen und die Verkehrssituation in der Region noch verschärfen. Schon jetzt gibt es gerade in der Hauptferienzeit massive Verkehrsprobleme auf der Insel.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 05.03.2021 | 13:00 Uhr

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