Stand: 10.12.2018 17:12 Uhr

Urteile in Prozess um Menschenhandel verschoben

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Die Frauen sollen in Bulgarien teilweise von ihren Ehemännern "verkauft" worden sein. (Archivbild)

In dem seit Juli vor dem Landgericht Rostock laufenden Prozess um Menschenhandel und Zwangsprostitution ist die Urteilsverkündung am Montag überraschend auf Januar verschoben worden. Nachdem das Gericht mitgeteilt hatte, dass weitere Straftatbestände in Betracht kommen, beantragten die Verteidiger weitere Verhandlungstermine. Das Gericht setzte daraufhin drei weitere Verhandlungstage an. Erst danach soll ein Urteil fallen. Den vier Angeklagten wirft die Staatsanwaltschaft wird vorgeworfen, unter Gewaltandrohung mindestens vier junge Frauen aus Bulgarien nach Deutschland gebracht und zum käuflichen Sex gezwungen zu haben. Neben dem 51 Jahre alten Hauptangeklagten und seinem 23 Jahre alten Sohn sind auch die Ehefrauen der beiden angeklagt.

 Bulgarin für 800 Euro von Ehemann "abgekauft"

In einem Fall soll der Hauptangeklagte eine Frau in Bulgarien für 800 Euro von ihrem Lebensgefährten "gekauft", sie unter Androhung von Gewalt mit einer Schusswaffe nach Deutschland gebracht und sie dort zum Sex angeboten haben. In einer Wohnung am Rostocker Petridamm wurde das Opfer bei einer Kontrolle von der Polizei aufgegriffen.

Ehefrauen der Angeklagten sollen mitgeholfen haben

Ähnlich sei es einer 17-jährigen sowie einer 19-jährigen Bulgarin ergangen. Sie seien für 4.000 beziehungsweise 6.000 Euro von dem Hauptangeklagten für Zwangsprostitution in Deutschland gekauft worden. In einem Fall habe die Mutter das Geld bekommen. Die angeklagten Ehefrauen sollen bei den Straftaten geholfen haben. Die Staatsanwaltschaft hatte für die beiden Männer Haftstrafen von fünf Jahren beziehungsweise 20 Monaten auf Bewährung beantragt. Die Verteidigung forderte, es bei Bewährungsstrafen beziehungsweise Freisprüchen zu belassen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 10.12.2018 | 17:00 Uhr

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