Die Statue der Justitia steht mit einer Waage und einem Schwert in der Hand im Gegenlicht. © picture-alliance Foto: Arne Dedert

Urteil nach Tötungsdelikt: Haftstrafe für Angeklagte

Stand: 26.10.2020 13:58 Uhr

Das Landgericht Neubrandenburg hat das Urteil im Mordprozess gegen Vater und Sohn aus Malchin gefällt. Sie müssen beide für mehrere Jahre ins Gefängnis.

Laut Richterspruch muss der 40 Jahre alte Vater wegen Totschlags in minderschwerem Fall und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte für fünf Jahre und neun Monate in Haft. Sein 18 Jahre alter Sohn wurde nach Jugendstrafrecht wegen versuchten Mordes zu vier Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die beiden Männer aus Malchin (Mecklenburgische Seenplatte) ihren 61-jährigen Nachbarn, der sich über Lärm bei einer Grillfeier beschwert hatte, getötet haben. Der Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, die Urteile wurden aber öffentlich verkündet.

Vorwurf: Mittels Wasserflasche ertränkt

Nach Auffassung der Strafkammer hatte der Vater den Nachbarn im Juni 2019 im Hinterhof des Wohnhauses so brutal geschlagen und getreten, dass dieser bewusstlos wurde. "Dem Angeklagten sind die Sicherungen durchgebrannt", sagte Richterin Daniela Lieschke. Der Sohn habe dem Bewusstlosen danach eine Flasche mit Wasser in den Mund gesteckt und ihm die Nase zugehalten. Damit habe er die vorherige Gewalttat verdecken wollen. Das Opfer starb an stumpfer Gewalt mit Merkmalen des Ertrinkens, hieß es von einer Gutachterin. Beide Männer waren kurz nach der Tat gefasst worden.

Vater hatte Polizisten bedroht

Während des Einsatzes waren die Polizisten von dem Vater unter anderem mit einem Fleischerbeil bedroht worden. Erst nach mehreren Warnschüssen ließen sich der Malchiner und sein Sohn festnehmen. Sie sollen nach Angaben ihrer Anwälte unter Alkohol- und Drogeneinfluss gestanden haben. Für den Vater wurde zusätzlich zu seiner Gefängnisstrafe der Aufenthalt in einer Entziehungsanstalt angeordnet.

Weitere Informationen
Das Justizzentrum in Neubrandenburg © DPA-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck

Neubrandenburg: Mordprozess gegen Vater und Sohn

In Neubrandenburg stehen ein 39-jähriger Malchiner und dessen Sohn wegen gemeinschaftlichen Mordes vor Gericht. Sie sollen einen Bekannten mit einer Wasserflasche ertränkt haben. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 26.10.2020 | 14:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Auf einer Plattform am Pipeline-Verlegeschiff "Castoro 10" vor der Südostspitze Rügens arbeiten Fachleute an der Verbindung zwei bereits im Vorjahr verlegter Leitungsstücke der Ostsee-Erdgaspipeline Nord Stream 2 © dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer

Land will Stiftung für Nord-Stream-Pipeline gründen

Mecklenburg-Vorpommern hofft, dadurch am Bau beteiligte Firmen vor US-Sanktionen schützen zu können. mehr

Grafik mit der aktuellen "Corona-Ampel" für Mecklenburg-Vorpommern. © NDR

Corona: 132 neue Infektionen in MV, drei weitere Todesfälle

Vier Landkreise gelten als Risikogebiet. Den höchsten Inzidenzwert weist derzeit die Mecklenburgische Seenplaatte auf. mehr

Polizeiauto © dpa - picture alliance Foto: Jens Büttner

Mutmaßlicher Bankräuber in Neustadt-Glewe gefasst

Die Täter versuchten in Schleswig-Holstein, einen Geldautomaten zu sprengen. Einer von ihnen ist weiterhin auf der Flucht. mehr

Stracheldraht und hohe Mauern - ein Gefängnis von außen. © NDR Foto: Dirk Möller

MV: Strafvollzug in Zeiten von Corona

Seit Beginn der Corona-Pandemie scheint das Leben in den Haftanstalten in MV härter geworden zu sein - eine Recherche. mehr