Stand: 07.12.2019 11:13 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Unmut über Fällungen im Privatwald

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Es wurden Bäume entnommen, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. (Symbolbild)

In Raben Steinfeld bei Schwerin wächst der Unmut über Baumfällarbeiten. Im Privatwald von Donata Herzogin zu Mecklenburg von Solodkoff sind Motorsägen im Dauereinsatz - und das nicht zum ersten Mal. Immer mehr Raben-Steinfelder fragen sich, ob es da mit rechten Dingen zugeht. Schon im Oktober hatten etliche Fällungen in der Nähe der A14-Auffahrt östlich von Schwerin für Schlagzeilen gesorgt.

Verkehrsicherheit gewährleisten

Dabei sei es um die Verkehrssicherheit gegangen, es wurde gefällt, was in absehbarer Zeit auf eine Lärmschutzwand hätte fallen können, so die Herzog von Ratibor´sche Generalverwaltung. Zusätzlich habe man den einen oder anderen kranken oder hiebreifen Baum entnommen. Raben-Steinfelds Bürgermeister Klaus-Dieter Bruns (parteilos), der immer mehr Fragen und Beschwerden von Anwohnern auf dem Tisch hat, stellt es anders dar. Es sei deutlich mehr und radikaler gefällt worden als nötig. Er sehe erhebliche Unterschiede zu Waldgebieten etwa an der A1 oder an der A7. Während dort Schutzstreifen gepflegt würden, werde hier auch alter Baumbestand radikal durchgeforstet.

Wald als Lärmschutzbarriere

Bruns erwägt inzwischen, für den Wald in Autobahnnähe einen Status als Lärmschutzwald zu beantragen. Das allerdings sei mit Kosten verbunden, so Bruns. Wenn der Wald nicht mehr bewirtschaftet werden kann, könne der Besitzer Schadenersatz verlangen. Es sei offen, ob sich die Gemeindevertreter das leisten wollen. Derzeit sind die Sägen wieder im Einsatz. Seitens der Eigentümer heißt es erneut, es gehe um die Verkehrssicherheit, das sei normale Forstarbeit. Auch das zuständige Forstamt in Gädebehn hat keine Verstöße gegen das Waldgesetz feststellen können.

Bürgermeister schreibt an Herzogin

Dennoch bleibt Bürgermeister Bruhns dabei: in den Zeiten der Klimaschutzdemos gehe es ihm nicht nur um Raben Steinfeld oder umliegende Dörfer, sondern um den Wald mit seinem Erholungswert und in seiner Funktion als Klimaschützer. Bruns will an die Herzogin schreiben. Es brauche offenbar dringend mehr gegenseitiges Verständnis.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 07.12.2019 | 11:00 Uhr

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