Stand: 02.09.2020 19:00 Uhr

Unimedizin: Kommission legt Abschlussbericht vor

Sanierte alte Chirurgie in Rostock © Universitätsmedizin Rostock
Die beiden Unimedizin-Standorte Rostock und Greifswald sollen beide erhalten bleiben, aber enger zusammenarbeiten.

Die beiden Unimedizin-Standorte Rostock und Greifswald wollen enger zusammenarbeiten. Zwei Jahre lang hat eine Kommission an Empfehlungen gearbeitet und nun ihren Abschlussbericht vorgelegt. Demnach soll sich in Zukunft einiges ändern. Der Bericht listet viele Bereiche der beiden landeseigenen Kliniken auf, in denen es Verbesserungsbedarf gibt.

Kooperation "Pflege 2030" für Nachwuchsförderung

Unter anderem sollen die Kliniken die Sicherheit der Patienten und ihrer Behandlungen erhöhen, dazu sollen Patienten künftig digital befragt werden. Außerdem ist geplant, dass die beide Standorte die Kooperation "Pflege 2030" vereinbaren. Damit soll gezielt Nachwuchs gefördert und ausgebildet werden. Eine Idee ist zum Beispiel eine Art Pflegeakademeie für beide Standorte.

Beide Standorte sollen erhalten bleiben

Die Kommission sieht auch eine Benachteiligung der beiden Unikliniken bei der Finanzierung. "Auf Bundesebene müsse da eine gesetzliche Änderung geschaffen werden", sagte der Kommsissions-Vorsitzende, Dr. Harald Terpe. Auch die Vergütung der Chefärzte beider Kliniken müsse überarbeitet werden. Dazu sei bereits vereinbart, dass die Aufsichtsräte und Vorstände beider Kliniken erstmals zusammen am 11. September tagen. Laut Terpe müssen in jedem Fall beide Standorte erhalten bleiben. Eine Zusammenlegung mache keinen Sinn.

Positive Reaktionen auf Abschlussbericht

Vorstand und Aufsichtsrat reagierten positiv auf die Empfehlungen der Kommission. Der Greifswalder Vorstandsvorsitzende Claus-Dieter Heidecke sagte, die sechs Kommissionsmitglieder hätten Finger in Wunden gelegt und wichtige Fragen gestellt. "Wir gehen alle in die gleiche Richtung", sagte er. Der Rostocker Klinik-Vorstand Prof. Christian Schmidt sprach von einer guten Arbeit der Kommission, von guten Vorschlägen und wichtigen Impulsen. Und auch der Aufsichtsratschef für beide Kliniken, Mathias Brodkorb, lobte den Abschlussbericht. Der ehemalige Finanzminister regte zudem an, dass das Land darüber nachdenken solle, die Finanzierung der Unikliniken zu erhöhen. Die Kosten des rund 100 Seiten langen Berichtes der Kommission liegen bei rund 250.000 Euro.

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NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 02.09.2020 | 17:10 Uhr

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