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Unimedizin Greifswald: Projekt untersucht Corona-Mutationen

Stand: 28.01.2021 05:12 Uhr

Mutationen des Coronavirus sorgen derzeit weltweit für Beunruhigung. Mecklenburg-Vorpommern will mit einem Forschungsprojekt untersuchen, welche Varianten es im Land schon gibt.

Welche Mutationen des Coronavirus gibt es in Mecklenburg-Vorpommern? Und wo? Diesen Fragen soll ein in Greifswald angesiedeltes Forschungsprojekt auf den Grund gehen. Dabei geht das Land nach Aussage des Mitinitiators Nils-Olaf Hübner einen deutschlandweit einzigartigen Weg: Die Forscher wollen Gendaten des Virus mit Daten der Gesundheitsämter etwa zu den Umständen eines Ausbruchs kombinieren. Außerdem soll gezielt Material von Proben auf Mutationen untersucht werden, die etwa von auffälligen Ausbrüchen stammen. So etwas gebe es sonst nirgends in der Bundesrepublik, sagte Hübner, der Leitender Hygieniker der Universitätsmedizin Greifswald ist.

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Die Kombination der Daten und die gezielte Auswahl der Proben soll genauer Auskunft darüber geben, wie die Virusvarianten mit dem Infektionsgeschehen zusammenhängen. Nach Hübners Aussage ist es nur eine Frage der Zeit, bis die britische oder südafrikanische Corona-Mutante auch in Mecklenburg-Vorpommern auftritt. Bisher sei eine solche Variante im Land nicht nachgewiesen worden. Das bedeute aber nicht, dass sie nicht da ist. Panik sei die falsche Reaktion, nötig sei stattdessen Aufklärung, so Hübner. Die Maßnahmen, die man seit Anfang der Pandemie gegen die Ausbreitung des Virus ergriffen habe, funktionierten auch weiter. Die neuen Varianten geben laut Hübner aber Anlass dazu, zu überprüfen, ob man sie auch konsequent genug umsetze und wo man eventuell noch nachschärfen müsse.

Abgleich der Daten mit den Gesundheitsämtern geplant

In Greifswald wollen die Wissenschaftler die Gensequenzen der Corona-Viren analysieren. Wenn dann die Gesundheitsämter beispielsweise einen besonders schweren Ausbruch registrieren, wollen die Greifswalder Forscher untersuchen, ob eine mutierte Virus-Variante dafür verantwortlich ist. So könne überprüft werden, ob mögliche Mutationen tatsächlich einfacher übertragbar sind, schwerere Krankheitsverläufe verursachen oder ob sich Menschen, die bereits erkrankt waren, erneut infizieren können.

Derzeit fehlen wichtige Chemikalien

Derzeit wird das Projekt aufgebaut. Dabei geht es etwa um den Datenaustausch mit den Gesundheitsämtern. Erste Gen-Analysen laufen bereits. Doch die Forscher könnten mehr tun, sagt Hübner. Es fehle im Moment aber an Chemikalien für die Sequenzierungen. Das liege daran, dass die gerade überall auf der Welt gebraucht werden. Das komplette Forschungsteam soll noch im Februar arbeitsfähig sein. Geplant ist, dann mindestens 100 Proben pro Woche aus dem ganzen Land zu begutachten. Finanziert wird das Projekt teilweise vom Land und vom Bund. Nach Aussage Hübners werde es deutlich mehr als eine Million Euro kosten. Die genauen Kosten hingen unter anderem von der Laufzeit ab. Angelegt sei es zunächst bis einschließlich August.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 28.01.2021 | 05:30 Uhr

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