Stand: 14.04.2018 10:00 Uhr

Umweltschützer wollen "Geisternetze" recyceln

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Viele Netze verfangen sich an Wracks.

Verloren gegangene Fischernetze, die in den Meeren herumtreiben, bedrohen nicht nur Meerestiere, die in ihnen verenden. Sie können sogar die Schifffahrt gefährden. Mitarbeiter der Umweltstiftung WWF wollen diesen sogenannten Geisternetzen mit modernster Technik Herr werden. Vor Rügen übten Umweltschützer mit Sonargeräten das Aufspüren der Bleigewichte, mit denen die Stellnetze beschwert werden.

Netze über das Senkblei aufspürbar

Wie eine Sprecherin des WWF im Gespräch mit NDR 1 Radio MV mitteilte, können die filigranen Stellnetze nur über dieses Blei geortet werden. Das Sonar garantiere die Ortung auch bei schlechten Bedingungen, wie etwa bei ungünstigem Wetter und bei reflektierenden Oberflächen. Taucher könnten anschließend gezielt die angezeigten Stellen untersuchen und die Netze bergen, so die Sprecherin.

Plastikmüll wird verdampft

Weiterhin problematisch ist die Verwertung der Netze, die aus verschiedenen Kunststoffen bestehen. Unter anderem das Verdampfen der Netze samt Bleileinen in einem Testreaktor habe gute Möglichkeiten aufgezeigt, aus dem gefährlichen Meeresmüll Gas zur Energiegewinnung zu erzielen. Die Temperaturen von 1.100 Grad seien so hoch, dass alles Giftige zersetzt werde und am Ende nur nahezu reines Blei übrig bleibe sowie ein Gas mit sehr hohem Wasserstoffgehalt.

Fünf Tonnen Fischernetze gefunden

In einem derartigen Reaktor könnte laut WWF Kunststoffmüll aus der Landwirtschaft oder aus den Meeren verwertet werden. In der Ostsee wurden in den vergangenen zwei Jahren etwa fünf Tonnen Fischernetze gefunden.

Weitere Informationen

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Die Umweltorganisation WWF sucht mit einer Egge auf dem Meeresboden vor Rügen nach verloren gegangenen Fischernetzen. Ein erstes "Geisternetz" ist nun geborgen. (14.07.2016) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 14.04.2018 | 12:00 Uhr

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