Stand: 22.03.2019 05:57 Uhr

Umweltschützer warnen vor Nitrat im Grundwasser

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Die Klärschlämme, die auf den Feldern in MV landen, stammen auch aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein. (Archivbild)

Einem Bericht des Landwirtschaftsministeriums aus dem Jahr 2016 zufolge bringen Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern jedes Jahr einige zehntausend Tonnen Klärschlamm aus anderen Bundesländern auf ihren Feldern aus. Umweltschützer warnen zum Tag des Wassers vor Gefahren für die Grundwasservorräte.

Klärschlämme aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein

Ein Drittel aller Klärschlämme, die Landwirte auf ihren Feldern ausbringen, stammt aus Einfuhren - hauptsächlich aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Dem Bericht zufolge waren das 2016 knapp 40.000 Tonnen. Burkhard Roloff, Agrarsprecher der Umweltorganisation BUND, kritisiert, dass die meiste Fracht davon auf den Feldern in Nordwestmecklenburg lande. Dort weisen die Behörden seit Jahren in einem erheblichen Teil des Grundwassers zu hohe Nitratwerte nach.

Das steckt im Klärschlamm

Klärschlamm enthält wichtige Pflanzennährstoffe wie Stickstoff und Phosphor, aber auch Schadstoffe, deren Gefährdungspotential - wie es im Bericht heißt - nicht abgeschätzt werden könne. Die Landwirte hielten sich nicht nur an die strengen Dünge- und Pflanzenschutzvorgaben, sagte der Präsident des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Detlef Kurrek. Sie bewirtschafteten inzwischen fast jeden zweiten Hektar mit zusätzlichen Umweltauflagen.

Eine Klärschlammanlage.

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Alternatives Verfahren bei Anklam entwickelt

Bisher wird Klärschlamm entweder verbrannt oder als Düngemittel auf die Felder ausgebracht. Letzteres wird in der Europäischen Union in sechs Jahren aber nicht mehr erlaubt sein. In Relzow bei Anklam ist in den vergangenen Jahren ein Verfahren entwickelt worden, wie Klärschlamm in seine Bestandteile - Wasser, Aktivkohle und Phosphor - aufgespalten werden kann.

Gereinigte Bestandteile recycelbar

Der Phosphor kann als gereinigter Dünger auf die Felder gebracht werden, die Aktivkohle wird wiederum in Filtern von Kläranlagen eingesetzt. Das extrahierte Wasser kann nach der Reinigung weiter genutzt werden. Die erste Anlage dieser Art soll in Wolgast spätestens im kommenden Jahr in Betrieb gehen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 22.03.2019 | 06:00 Uhr

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