Zehn Monate alte Wölfin des Daubaner Rudels im Februar 2016. © NABU/M. Hamann Foto: Michael Hamann

Umweltminister einigen sich auf Leitfaden zum Wolfabschuss

Stand: 26.11.2021 11:00 Uhr

Die Wölfe, die Moore und das Wasser - das sind die zentralen Themen der Umweltministerkonferenz der Länder. Kurz vor Ende des Treffens am Freitag gibt es nun Eingung über den lange umstrittenen Leitfaden zum Wolf.

Die Bundesländer haben sich auf einen Leitfaden verständigt, unter welchen Voraussetzungen ein Wolf getötet werden darf. Das teilte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) vor Beratungen mit seinen Länderkollegen in Rostock mit. Damit gebe es bei dem Thema jetzt Rechtssicherheit. "Auch betroffene Tierhalter, insbesondere Schaf- und Ziegenhalter, halten nun ein Papier in den Händen, das das Vorgehen im Falle eines Nutztierrisses transparent und bundesweit einheitlich regelt", sagte Backhaus.

14 Wolfsrudel in MV

Bislang gilt der Wolf EU-weit als streng geschützte Art. Nach jüngsten Daten wurden in Deutschland 128 Rudel, 39 Wolfspaare und 9 territoriale Einzeltiere nachgewiesen. 2020 registrierte die Stelle bundesweit 942 Übergriffe von Wölfen auf Nutztiere, die meisten in Niedersachsen und Brandenburg. In Mecklenburg-Vorpommern leben mittlerweile wieder 14 Rudel sowie ein Paar und fünf Einzeltiere. Allein in diesem Jahr wurden hierzulande bislang knapp 190 Weidetiere verletzt oder getötet. 

Beratung über bundesweit verzahnten Moorschutz

Seit Mittwoch sitzen die Umweltminister der Länder unter der Leitung von Backhaus zu Beratungen zusammen, um über wichtige umweltpolitische Themen zu diskutieren. Neben dem Wolf sind der Wasserschutz und gut verzahnte Moore zentrale Themen. Die Umweltminister befassen sich unter anderem mit der Frage, wie die Natur dabei helfen kann, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren. Das Bundesumweltministerium hat erstmals eine Nationale Moorschutzstrategie veröffentlicht, über die die Umweltministerkonferenz berät.

Nationale Strategie zum Schutz des Wassers

Auch für den Schutz des Wassers gibt es bereits einen Entwurf für eine nationale Strategie seitens des Bundesumweltministeriums. Er umfasst konkrete Ideen, wie Wasser als Ressource nachhaltig genutzt und vor allem gesichert werden kann. Es geht aber auch um den Hochwasserschutz und darum,hab wie Nord- und Ostsee vor schädlichen Stoffen besser geschützt werden können, beispielsweise vor zu viel Nitrat, das ins Meer fließt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 26.11.2021 | 11:00 Uhr

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