Stand: 07.11.2017 19:15 Uhr

Umweltausgleich: Nord Stream korrigiert Maßnahmen

Bild vergrößern
2018 will Nord Stream mit dem Bau der zweiten Ostseepipeline beginnen.(Archivbild)

Das Erdgaspipeline-Konsortium Nord Stream hat seine umstrittenen Umweltmaßnahmen für den Bau der Ostseepipeline korrigiert. Die Gazprom-Tochter reichte nach eigenen Angaben ein überarbeitetes Konzept für Ausgleichsflächen beim Bergamt Stralsund ein. Demnach ist die Umwandlung von fruchtbaren Ackerflächen auf Rügen wie etwa am Wreecher See und der Mellnitz-Üselitzer Wiek in extensives Grünland in weiten Teilen vom Tisch. Die Flächen Ossen und Lobber See wurden verkleinert.

Landwirte: "Können mit dem Konzept leben"

Die Landwirte auf Rügen begrüßten das Einlenken von Nord Stream, auch weitere beantragte Flächen stark zu reduzieren. "Wir können mit dem überarbeiteten Konzept sehr gut leben", sagte Landwirt Maik Zielian aus Poseritz. "Sollte das Konzept in der nun geplanten Form im Genehmigungsbeschluss umgesetzt werden, könnte man auch die bislang erwogene Klage ad acta legen." Viele Landwirte fürchten um die Existenz, wenn ihre Äcker wiedervernässt werden und damit fruchtbare Anbauflächen verloren gehen.

Nährstoffeintrag in Ostsee soll verringert werden

Nord Stream hält an seinem Konzept fest, den Nährstoffeintrag in die Rügenschen Boddengewässer zu verringern. Dazu will das Unternehmen durch Zusatzfilter den Stickstoff- und Phosphorgehalt aus den Kläranlagen von Bergen, Göhren, Stralsund und Greifswald reduzieren. Damit gelangen laut Nord Stream bis zu 70 Tonnen weniger Nitrat pro Jahr in die Gewässer. Das angepasste Konzept müssen nun die Umweltbehörden begutachten. Das Bergamt Stralsund entscheidet dann über weitere Genehmigungen.

Umstrittenes Projekt

Nord Stream 2 will 2018 mit dem Bau der gut 1.200 Kilometer langen Erdgastrasse von Russland nach Deutschland beginnen. Trotz noch fehlender Genehmigung werden bereits Rohre für die Trasse vorbereitet. Politisch ist das Projekt innerhalb der EU höchst umstritten. Befürchtet wird, dass die Trasse mit einer Jahreskapazität von 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas die Abhängigkeit von Russlands Gaslieferungen erhöhen und sich die EU damit politisch erpressbar machen würde.

Weitere Informationen

EU uneins über Ausbau der Ostsee-Pipeline

Der geplante Ausbau der Ostsee-Pipeline sorgt für Streit in Europa. Gegner befürchten eine zunehmende Abhängigkeit von Russland. Kanzlerin Merkel spricht dagegen von einem weitgehend privaten Projekt. (18.12.2015) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 07.11.2017 | 18:40 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

02:34
Nordmagazin

BUND lädt zur Biolandpartie

23.09.2018 19:30 Uhr
Nordmagazin
00:42
Nordmagazin

25. Usedomer Musikfest beginnt

23.09.2018 19:30 Uhr
Nordmagazin
00:42
Nordmagazin

Aktionswoche: Prüfen. Rufen. Drücken

23.09.2018 19:30 Uhr
Nordmagazin