Impfausweis mit dem Schriftzug Affenpocken und eine Impfspritze (Fotomontage). © Imago Foto: Christian Ohde

Uni Rostock bietet Impfung gegen Affenpocken an

Stand: 13.07.2022 13:54 Uhr

Die Rostocker Unimedizin bietet seit Kurzem Impfungen gegen Affenpocken an. In Deutschland gab es der Organisation Global Health zufolge seit Anfang Mai mehr als 1.600 Fälle - drei davon in Mecklenburg-Vorpommern.

Für Menschen, die ein hohes Ansteckungsrisiko haben, weil sie beispielsweise zur Risikogruppe gehören oder Kontakt zu einer infizierten Person hatten, führt die Unimedizin Rostock seit Anfang Juli Impfungen gegen das Affenpockenvirus durch. "Besteht der Verdacht auf eine Pockeninfektion, kann das Virus in Speziallaboren nachgewiesen und anschließend durch Medikamente behandelt werden, erklärt der Leiter der Abteilung für Tropenmedizin und Infektionskrankheiten, Prof. Micha Löbermann. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) gab es zuletzt rund 1.600 Affenpocken-Fälle in Deutschland, dabei sei Berlin besonders betroffen.

Pockenimpfung schützt auch gegen Affenpocken

Genutzt wird in der Unimedizin Rostock der Impfstoff Imvanex, der seit 2013 in Deutschland zum Schutz vor Pocken zugelassen ist. Nach bislang vorliegenden Studiendaten schützt dieser laut RKI auch gegen eine Affenpockeninfektion und wird von der Ständigen Impfkommission (Stiko) für Risikogruppen empfohlen. Die Impfung wirkt nicht nur vorbeugend, sondern kann bis zu 14 Tage nach Kontakt mit einer infizierten Person gegeben werden, heißt es.

Affenpocken weniger schwere Erkrankung als Pocken

Affenpocken gelten als weniger schwere Erkrankung im Vergleich mit den seit 1980 als ausgerottet geltenden Pocken. Die Inkubationszeit beträgt laut RKI 5 bis 21 Tage. Die Symptome wie etwa Fieber und Hautausschlag verschwinden gewöhnlich innerhalb weniger Wochen von selbst. Sie können bei einigen Menschen aber zu medizinischen Komplikationen und in sehr seltenen Fällen auch zum Tod führen.

Erreger erstmals 1958 nachgewiesen

Affenpocken sind eine Viruserkrankung. Der Erreger wurde erstmals 1958 in einem dänischen Labor bei Affen nachgewiesen - daher der Name Affenpocken. Fachleute vermuten allerdings, dass der Erreger eigentlich in Hörnchen und Nagetieren zirkuliert. Affen gelten - wie auch der Mensch - als sogenannte Fehlwirte. Affenpocken-Infektionen beim Menschen waren bislang vor allem aus Regionen West- und Zentralafrikas bekannt.

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Impfausweis mit dem Schriftzug Affenpocken und eine Impfspritze (Fotomontage). © Imago Foto: Christian Ohde

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NDR 1 Radio MV | Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern | 13.07.2022 | 13:00 Uhr

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