Ein Lotsenboot liegt an einer Schiffwand, um den Lotsen aufzunehmen. © NDR / Christine Raczka Foto: Christine Raczka

Trotz Corona: Lotsenbrüderschaft blickt positiv in die Zukunft

Stand: 02.01.2022 06:16 Uhr

Corona-bedingt haben viele Wirtschaftsbereiche im Land zu kämpfen. Auch die Lotsen, die entlang der Mecklenburg-Vorpommerschen Ostseeküste für die Sicherheit der großen Pötte sorgen, hatten Einsatzrückgänge zu verzeichnen.

Das Jahr 2020 haben die 33 aktiven Lotsen fast komplett abgehakt, so der Zweite Ältermann Marco Meerbach von der Lotsenbrüderschaft Wismar-Rostock-Stralsund. Die Kreuzschifffahrt sei ein Totalausfall gewesen und auch die Handelsschifffahrt habe stagniert.

Windparks und Handelsschiffe sorgen für etwas Ausgleich

2021 habe sich die Situation etwas gebessert. Es gab vereinzelt Kreuzfahrtanläufe, auch steuerten wieder mehr Handelsschiffe die Häfen an. Und auch der Bau von Nordstream II sowie von Windparks in der Ostsee habe vorübergehend für einen Ausgleich der Verluste durch die reduzierte Kreuzschifffahrt gesorgt. Allerdings sind die Arbeitsschiffe viel kleiner als die Kreuzfahrtriesen und dementsprechend geringer fallen dann trotz der Einsätze die Lotsengebühren aus. Sie liegen je nach Schiffsgröße zwischen etwa 50 und 3.000 Euro.

Billigkeitsgeld hilft den Lotsen

Abgesprungen wegen der dünnen Auftragslage sei keiner der 33 Lotsen in MV. So arbeiten weiterhin sieben Lotsen in Wismar, 14 in Rostock und zwölf in Stralsund - erfahrene Kapitäne, die ihr Seegebiet wie ihre Westentasche kennen, aber, wenn erforderlich auch im Revier des Nachbarn aushelfen können. Geholfen habe auch das Billigkeitsgeld - das ähnlich wie Kurzarbeitergeld in anderen Branchen, bei den freiberuflich im Auftrag des Bundes tätigen Lotsen gezahlt wurde.

Gute Prognosen für 2022

Mit Blick auf die guten Prognosen für die Seehäfen des Landes gehen die Lotsenbrüder in Wismar, Rostock und Stralsund verhalten optimistisch ins Jahr 2022. Zum einen mit Blick auf die guten Aussichten in der Handelsschifffahrt und für die Seehäfen des Landes. Zum anderen soll ab dem Herbst der Seekanal vor Rostock vertieft werden. Auch das bedeutet mehr Arbeit schon während der Bauphase, aber erst recht danach, wenn dann größere Pötte einlaufen. Ohne Sorgen schaut man bei den Lotsen auf die geplante neue Fehrmarn-Beltquerung - die habe für die Seereviere und den Schiffsverkehr hierzulande kaum Auswirkungen.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 02.01.2022 | 08:00 Uhr

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