Stand: 25.04.2020 19:58 Uhr

Trockenheit macht Bäumen zu schaffen

Umweltschützer haben in Mecklenburg-Vorpommern zum "Tag des Baumes" am 25. April die Menschen dazu aufgerufen, angesichts der klimatischen Veränderungen einen Baum in die persönliche Pflege zu nehmen. Bäume würden zunehmend unter dem Rückgang von Niederschlägen in manchen Gebieten und gleichzeitig höheren Durchschnittstemperaturen leiden, sagte Katharina Dujesiefken vom Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). "Bäume verdursten regelrecht. Schädlinge verbreiten sich zu üppig und in Regionen, in denen sie zuvor nicht zu finden waren."

VIDEO: Trockenstress: Experten verzeichnen Baumsterben (3 Min)

Zu wenig neu gepflanzte Bäume

Wichtig sei vor allem genügend Wasser für neu gepflanzte Bäume. Hier könne jeder mithelfen. Seit Jahrzehnten fälle der Mensch mehr Bäume als er neu pflanzt, erklärte die BUND-Referentin. "Wir müssen unbedingt wieder mehr Bäume pflanzen, überall, ob im Wald, an den Straßen, in den Städten und Gemeinden, in den Gärten."

Vor allem Buchen und Birken leiden

In Mecklenburg-Vorpommern leiden vor allem Buchen und Birken durch die Trockenheit, erklärt Prof. Dirk Dujesiefken vom Institut für Baumpflege Hamburg. "Wir müssen befürchten, dass sich das weiter fortsetzt. Gerade wenn wir uns die aktuelle Trockenheit anschauen, dann heißt das nichts Gutes für die Gehölze, die das Bisherige überlebt haben." Die Erfahrung zeige, dass die Bäume erst einmal austreiben. Die Kraft dafür ziehen sie demnach aus den Reserven der Vorjahre. Danach sterben die Bäume dann aber im Laufe des Sommers ab. In ganz Deutschland verzeichnen die Experten ein Baumsterben, wie es das in den vergangenen Jahrzenten nicht gegeben hat.

Große Bäume wichtig für Innenstädte

Bäume einfach nachzupflanzen, sei nicht so einfach, sagt Dirk Dujesiefken. Denn zum einen biete ein Jahrzehnte alter Baum viel mehr Lebensraum für viele kleinste Organismen. Zum anderen hätten Untersuchungen der vergangenen Jahre gezeigt, dass große Bäume "gerade auch im städtischem Raum Schatten bringen und durch Verdunstung eine Abkühlung. Das hat einen positiven Einfluss auf das Kleinklima und damit auch für den Lebenswert in unseren Städten. Ein kleiner Baum kann bei Weitem nicht leisten, was ein großer Baum kann." Dujesiefken empfiehlt deshalb neue Strategien zur Bewässerung, damit alte Bäume in Städten und Gemeinden auch in Zukunft überleben.

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Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 25.04.2020 | 19:30 Uhr

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