Niedrigwasser auf dem Rothener See. © NDR Foto: NDR

Trockenheit: Noch immer fehlt Wasser in vielen Seen in MV

Stand: 05.12.2020 14:18 Uhr

Nach den Dürre-Sommern 2018 und 2019 war der Wasserstand in diesem Herbst in Mecklenburg-Vorpommern nicht mehr ganz so dramatisch tief. Doch noch fehlen etwa 40 Zentimeter Wasser an den großen Seen.

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Fischer mit netz am See
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Der Herbstregen hat den Wassermangel zwischen Schwerin, Neubrandenburg und Penkun zwar etwas gelindert, doch vor allem der Müritz und ihren großen Nachbarseen fehlen weiter knapp 40 Zentimeter Wasser. Der Leiter des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt in Neubrandenburg, Christoph Linke, bewertet den Oktober, was Regen betrifft, als gut, jedoch sei der November zu trocken gewesen. Das Manko der trockenen Jahre 2018 und 2019 sei noch nicht aufgeholt. Dies wirke sich auch auf die höchsten Grundwasserschichten an der Mecklenburgischen Seenplatte aus. Probleme bei der Versorgung mit Trinkwasser seien aber nicht zu befürchten, da dafür tiefere Grundwasserleiter genutzt würden.

Region muss mehr Wasser speichern

Insgesamt fehle eine enorme Regenmenge, die im Normalfall über sechs Monate fällt. "Wir müssen weiter alles tun, um das Wasser in der Region zu speichern", erklärte Linke. Die Zeit von November bis 30. April sei immer die "Auffüllphase im Wasserwirtschaftsjahr", erläuterte der Experte. Damit könne noch genug Regen oder Schnee kommen. So liegt der Pegelstand der Müritz und der mit ihr verbundenen Oberseen nach 1,52 Metern im September nun bei etwa 1,56 Metern. Das ist etwas höher als im Vorjahr, wie ein Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes sagte. Das "Bewirtschaftungsziel" liege aber bei 1,97 Metern, sagte Linke. Diese Marke war zuletzt im Frühjahr 2018 erreicht worden und dann mit mehr als 2,20 Meter Wasserstand auch deutlich überschritten gewesen.

Weniger Probleme in der Landwirtschaft

Der Landwirtschaft bereiten die geringen Wasserstände derzeit kaum Probleme, da diese mit ausreichend Niederschlag gut arbeiten könnten. Das habe auch 2020 gezeigt. So kam im Dürre-Jahr 2018 von Januar bis September nur 68 Prozent des durchschnittlichen Regens herunter, sagte Linke. 2019 waren es 89 Prozent und 2020 im gleichen Zeitraum 93 Prozent der durchschnittlichen Regenmenge. Im Gegensatz zur Seenplatte, die über die Havel nach Süden Richtung Berlin und die Elde zur Elbe entwässert, sieht es bei den meisten Flüssen und großen Seen, die nach Norden zur Ostsee entwässern, besser aus. Als Beispiele nannte Linke die Peene, den Tollensesee und die Schweriner Seen, die von großen Einzugsgebieten profitierten. Die Mecklenburger Oberseen bestehen aus der Müritz und acht weiteren Seen bis Plau. Sie sind mit 196 Quadratkilometern Wasserfläche knapp so groß wie ein Viertel von Berlin und damit eines der größten Süßwasserreservoirs in Europa.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 05.12.2020 | 15:00 Uhr

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