Stand: 25.07.2020 13:38 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Trockenheit: Fichten verschwinden, Buchen leiden

Die Trockenheit der vergangenen Jahre lässt Fichten in Mecklenburg-Vorpommern schneller absterben und Buchen leiden. Wie die Landesforstanstalt berichtet, leiden die Wälder vor allem darunter, dass in tieferen Bodenschichten zu wenig Wasser ist. Geschwächte Bäume seien dann anfälliger für Schädlinge wie den Borkenkäfer.

Trockenstress: Experten verzeichnen Baumsterben

Nordmagazin -

Zu wenig Regen, immer längere Trockenphasen - und das seit mittlerweile zwei Jahren: Bei vielen Bäumen sind die Kraftreserven erschöpft, auch im Schlosspark Wiligrad in Schwerin.

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Fichtensterben - viel Schadholz erwartet

Die Landesforstanstalt rechnet in diesem Jahr mit großen Schadholzmengen. 2019 hätten Forstleute demnach rund 600.000 Kubikmeter Schadholz aus den Wäldern der Landesforst geholt, in diesem Jahr werde es ähnlich aussehen. Schadholz kann nach Informationen der Behörde nur noch als sogenanntes Industrieholz zu Papier und Spanplatten weiterverarbeitet werden.

Geschwächte Sitkafichten vor allem im Küstenbereich

Besonders stark leiden nach Informationen der Landesforstanstalt vor allen Dingen die schnell wachsenden Sitkafichten, die vor rund 60 Jahren vor allem an der Küste gepflanzt worden sind. Insgesamt gebe es im Nordosten rund 700 Hektar Sitkafichten, ein knappes Drittel der Bäume gilt als geschädigt. Auch ältere Buchen an weniger günstigen Standorten wie etwa im Süden des Landes würden Trockenschäden aufweisen.

Landesforst: Millionenschaden für Waldbesitzer

Absterbende Bäume, Verluste am Holzmarkt durch Preisverfall und entgangener Zuwachs bei Bäumen - Waldbesitzer im Land müssten mit einem Verlust von rund 200 Millionen Euro rechnen. Der Wald müsse den veränderten Klimabedingungen angepasst werden, dazu müssen neue Baumarten gepflanzt werden, so der Leiter der Landesforstanstalt in Malchin, Manfred Baum. Esskastanie, Walnuss und Douglasie würden demnach mit Dürreperioden besser zurechtkommen.

Kiefern, Buchen und Eichen bleiben Hauptbaumarten

Mecklenburg-Vorpommern hat rund 558.000 Hektar Waldfläche. Die Wälder hierzulande bestehen je zur Hälfte aus Nadel- und Laubbäumen. Hauptbaumarten sind Kiefern, Buchen und Eichen. Fichten wachsen auf insgesamt rund sieben Prozent der Flächen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 25.07.2020 | 14:00 Uhr

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