Seniorin telefoniert während sie ihren Blick auf eine EC-Karte in ihrer Hand richtet. © colourbox

Trickbetrüger erbeuten über 50.000 Euro in Westmecklenburg

Stand: 09.10.2020 06:00 Uhr

Trickbetrüger haben in Westmecklenburg über das Telefon rund zehn Mal versucht, an Geld zu kommen. Zwei mal hat es auch geklappt.

Einem über 80 Jahre alten Ehepaar aus Parchim (Landkreis Ludwiglust-Parchim) haben sie gesagt, ihre Tochter sei in einen Verkehrsunfall verwickelt worden und säße in Haft. Sie spielten sogar ein Band mit der vermeintlichen Stimme der Tochter ab. Um aus der Haft entlassen zu werden, benötigten sie 20.000 Euro. Selbst eine Bankmitarbeiterin konnte den Betrug nicht verhindern. Als sie nachfragte, erklärten die Senioren, das Geld sei für Renovierungen.

Betrüger gab sich als Bankmitarbeiter aus

Auch ein 57-Jähriger Mann aus Dömitz (Landkreis Ludwiglust-Parchim) verlor 33.000 Euro. Hier gab sich der Anrufer als Bankmitarbeiter aus und erklärten, es hätte Unregelmäßigkeiten auf dem Konto des Mannes gegeben. Er hat ihn aufgefordert, TAN-Nummern durchzugeben. Die Polizei wies in dem Zusammenhang darauf hin, dass Banken Geld nie am Telefon zurückfordern.

Neue Betrugsmaschen am Telefon und online

In Vorpommern waren Betrüger in den vergangenen Tagen mit zwei neuen Maschen unterwegs. Sie versuchten über das Telefon und online an Geld zu kommen. So riefen Mitarbeiter einer angeblichen Lotto-Gesellschaft an und forderten, Spielschulden zu begleichen. Wenn sie keinen Erfolg hatten, rief ein weiterer Betrüger an, der vorgab Mitarbeiter des Landeskriminalamtes zu sein. Um der Polizei zu helfen, sollte das Opfer Geld überweisen, das es später zurückbekommen würde. So ist es einem Mann in Heringsdorf auf der Insel Usedom ergangen. Er hat 3.000 Euro verloren.

Mit gefälschter Internetseite erfolgreich

Auch ein Ehepaar in Malchin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) ist auf eine neue Masche per E-Mail hereingefallen. Die beiden sollten sich bei ihrer Bank für ein neues Online-Banking-System anmelden, hatten dort Namen, Adresse und auch TAN-Nummern eingegeben. Die Seiten waren jedoch professionell gefälscht und das Ehepaar um 10.000 Euro ärmer. Die Polizei rät, beim Kundenberater der Bank nachzufragen und bei Telefonanrufen die Polizei unter der 110 zu informieren.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 09.10.2020 | 06:00 Uhr

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