Senior übergibt einem Täter Geld an der Haustür © imago images

Trickbetrüger erbeuten so viel Geld in MV wie noch nie

Stand: 04.02.2021 14:30 Uhr

Enkeltrick, falsche Gewinnspiele oder Schockanrufe - Betrüger haben im vergangenen Jahr in Mecklenburg-Vorpommern fast zwei Millionen Euro ergaunert. Das hat das Landeskriminalamt in Rampe bei Schwerin mitgeteilt.

Die Zahl der angezeigten Trickbetrügereien bei älteren Menschen ist im vergangenen Jahr mit 2.657 Fällen um mehr als 40 Prozent angestiegen. In den meisten der angezeigten Fälle erkannten die Betroffenen den Betrug rechtzeitig und gingen nicht auf die Forderungen ein (91,5%). In 225 Fällen kam es aber doch zur Übergabe von Wertsachen oder Geld. Im gesamten Jahr entstand eine Schadenssumme von fast zwei Millionen Euro, gut 400.000 Euro mehr als im Vorjahr.

Enkeltrick wird am häufigsten versucht

Beim Trickbetrug wird nach wie vor meistens Verwandtschaft oder Bekanntschaft vorgetäuscht, darunter fällt auch der klassische Enkeltrick. Vor allem im vierten Quartal 2020 gaben Anrufer häufig vor, dass ein Bekannter oder Verwandter in einen Verkehrsunfall verwickelt gewesen sei und infolgedessen eine medizinische Behandlung, Kaution oder eine Autoreparatur notwendig sei. Die meisten Angerufenen erkannten dabei den Betrug, einige zahlten aber auch hohe Beträge. Diese Vorgehensweise wurde im vergangenen Jahr aber seltener angewandt als im Jahr 2019. Auch die Betrugsmasche mit falschen Polizisten, Vollstreckungsbeamten oder Anwälten kam seltener vor.

Kaum Trickbetrug in Zusammenhang mit Corona-Pandemie

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Häufiger wurde die Masche des Gewinnspielbetrugs genutzt. Weitere Betrugsvarianten waren unter anderem falsche Inkasso-Schreiben, falsche Bankmitarbeiter, Fälle von Love-Scam und Trickdiebstahl. Zu Trickstraftaten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie kam es nur ganz vereinzelt, meist blieb es bei dem Versuch. In einem Fall wurde erfolgreich Geld für die Behandlung eines Angehörigen wegen eines positiven Corona-Tests ergaunert. In weiteren Fällen meldeten sich vermeintliche Angehörige, die dringend Geld für Schutzkleidung benötigten oder angebliche Mitarbeiter eines Kontrollinstituts, die Bargeld einsammeln, um es auf das Corona-Virus zu testen.

Polizei setzt auf Prävention

Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern setzt seit vielen Jahren verstärkt auf das Vorbeugen von Trickbetrug. Neben regelmäßigen Warnmeldungen und Präventionsveranstaltungen wird seit dem Jahr 2010 das Merkblatt für Geld- und Kreditinstitute an alle im Land befindlichen Privatbanken, Genossenschaftsbanken und Sparkassen zur Sensibilisierung der Angestellten verteilt. Außerdem beraten ehrenamtlich tätige Berater kostenlos zu typischen Gefahrensituationen.

Polizei: "Geben Sie kein Geld heraus"

Die Polizei warnt immer wieder eindringlich vor der Herausgabe von Bargeld oder anderen Wertgegenständen an unbekannte Personen. Außerdem erfragt die Polizei telefonisch keine Kontodaten oder Informationen zu im Haus befindlichen Wertsachen oder Bargeldbeständen. Wer einen solchen Anruf bekommt, sollte das Gespräch beenden und sich im Zweifel an das nächste Polizeirevier, den Polizeinotruf unter 110 oder die Internetwache unter www.polizei.mvnet.de wenden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 04.02.2021 | 15:00 Uhr

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