Ein Angler mit einer gefangene Meerforelle am Ostseestrand. © Dirk Steffen Foto: Dirk Steffen

Traumfang: Angler zieht kapitale Meerforelle aus der Ostsee

Stand: 22.01.2021 14:06 Uhr

Einen absoluten Ausnahmefisch hat Dirk Steffen beim Angeln an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns an Land gezogen: eine 85 Zentimeter lange und über sechs Kilo schwere Meerforelle.

von Franz Fanter

Es ist der Traum eines jeden Anglers: mehr als sechs Kilogramm blankes Silber, 85 Zentimeter lang. Für Dirk Steffen ist er am Donnerstag wahr geworden. An der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns in der Nähe von Boltenhagen konnte der Angler die kapitale Meerforelle landen. Das Watangeln auf die lachsartigen Fische gilt unter Petrijüngern als die Königsdisziplin, die Meerforelle selbst als der Fisch der 1.000 Würfe. Weil die Meerforelle so launisch und scheu ist, müssen Angler viel Geduld aufbringen, um das begehrte Ostsee-Silber an den Haken zu locken. "Ja, es gibt so Tage, da wird man für viele Leiden entschädigt. Heute war so einer und Petrus war mir mehr als wohlgesonnen", erklärt Dirk Steffen.

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Heftiger Einschlag und aufregender Drill

Ab Donnerstagmittag stand der Chirurg aus Schwerin an seinem freien Tag im Wasser. Nach einem Wechsel auf einen rot-schwarzen, 20 Gramm schweren Snaps, einen beliebten Meerforellen-Blinker, kam nach nur drei Würfen der ersehnte Biss - ein "heftiger Einschlag", so Steffen. "Ich wusste gleich, das ist ein richtig guter Fisch. Nach dem ersten Sprung war klar, wenn ich den lande, ist das meine größte Meerforelle." Dirk Steffen konnte die imposante Meerforelle nach einem aufregenden Drill schließlich sicher landen. Durchschnittlich sind die Forellen, die beim Angeln von der Küste Mecklenburg-Vorpommerns aus gefangen werden, 50 bis 60 Zentimeter lang und bis zu vier Kilo schwer. Ein Fang wie der von Dirk Steffen ist für Watangler darum etwas ganz Besonderes. "Das sind die Tage, von denen wir träumen", betont der begeisterte Angler.

Alaskaflair in MV: Meerforellen auf Wanderschaft

Ein Meerforellen-Männchen macht kurze Ruhepause beim  Aufstieg. Deutlich zu erkennen der "Laichhaken" am Unterkiefer, typisch für Milchner. © © NDR/Heinz Galling, honorarfrei
Ein Meerforellen-Männchen macht kurze Ruhepause beim Aufstieg. Deutlich zu erkennen der "Laichhaken" am Unterkiefer, typisch für Milchner.

In den Küstengebieten Europas vom Nordmeer bis zur Ostsee und zur Biskaya nimmt der Lebenszyklus der Meerforelle seinen Anfang. Die wendigen Meeresbewohner, die sich von kleinen Krebsen, Garnelen und Fischen ernähren, folgen in den Wintermonaten ihrem angeborenen Trieb, verlassen ihren angestammten Lebensraum. In dieser Zeit müssen sie die Nahrungsaufnahme einstellen. Sie begeben sich - ähnlich wie die mit ihnen verwandten Lachse - auf die beschwerliche Reise über die großen Flüsse und Seen bis in flache und steinige, aber sehr sauerstoffreiche Bäche. Sie schwimmen in dieselben Gewässer, in denen sie selbst einst als Fischlarve die Eihülle durchbrachen. Hier schlagen die weiblichen Meerforellen, die Rogner, mit ihrer Schwanzflosse sogenannte Laichgruben in den kiesigen Untergrund. In diesen Mulden werden die Eier nach der Befruchtung ständig mit sauerstoffreichem Wasser umspült, ohne dass sie die Strömung mitreißen könnte. Die kleinen Meerforellen bleiben dann bis zu fünf Jahre im Süßwasser und führen ein Leben ähnlich dem der Bachforelle - ernähren sich von Insekten, deren Larven, kleinen Krebstieren und Fischen. Sind sie groß genug, wandern die Fische ins Meer ab und der Lebenszyklus der Meerforelle beginnt von Neuem.

Lachs und Meerforelle - die feinen Unterschiede

Drei Fische liegen auf einem Steg.
Im Fotovergleich werden die Unterschiede der Arten deutlich: ganz oben eine Meerforelle, darunter zwei Lachse.

Wie auch der Lachs gehört die Meerforelle zur Familie der Salmoniden. Beide Fischarten kommen in den Gewässern Norddeutschlands vor. Auch bei dem von Dirk Steffen gefangenen Fisch könnte es sich auf den ersten Blick auch um einen Lachs handeln. Was unterscheidet die Meerforelle von seinem bekannteren Verwandten? Die Flanken der Meerforelle schimmern silber-grau und ihr Rücken ist grau-grün, ihr Bauch weiß gefärbt. Doch die gepunktete Zeichnung, der torpedoförmige Körperbau und die für Salmoniden typische Fettflosse machen den Lachs und die Meerforelle zum Verwechseln ähnlich.

Faszination Meerforelle auch im Rute-raus-Podcast

Am sichersten kann man beide Forellenartigen anhand der Form ihrer Schwanzflosse unterscheiden: Die des Lachses ist immer nach innen geschwungen, die der Meerforelle in der Regel gerade. Der Ansatz der Schwanzflosse bleibt beim Lachs - wie im Fotovergleich zu sehen - wesentlich graziler, weshalb die Meerforelle im direkten Vergleich etwas gedrungener erscheint. Vergleicht man die Maulspalte beider Fische, fällt ein zweites Unterscheidungsmerkmal auf: Die des Lachses endet vor oder auf Höhe der Augen, die der Meerforelle in der Regel dahinter. Und auch hinsichtlich der Zeichnung lassen sich feine Unterschiede ausmachen: Während die Meerforelle auch unterhalb der Seitenlinie stark gepunktet ist, weist der Lachs hier keine oder nur sehr wenige Punkte auf.

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Anhand dieser Unterscheidungskriterien ist der von Dirk Steffen gefangene Fisch eindeutig als Meerforelle zu identifizieren. Vor fast 25 Jahren hatte er sein erstes Exemplar am Haken, seitdem hat ihn die Faszination "Meerforelle" nicht mehr losgelassen. In der Februar-Folge des beliebten Angelpodcasts "Rute raus, der Spaß beginnt" dreht sich alles um die Meerforelle. Moderator Heinz Galling und Angelexperte Horst Hennings geben Tipps zu den fängigsten Stellen und Angelmethoden und das ein- oder andere Anglerlatein zum Besten.

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Ein Angler mit einer gefangene Meerforelle am Ostseestrand. © Dirk Steffen Foto: Dirk Steffen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 23.01.2021 | 09:00 Uhr

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