Stand: 28.06.2020 17:12 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Tourismusverband: Saisonstart wie sonst auch

Der volle Strand von Heringsdorf auf Usedom am letzten Juni-Wocheende 2020. © dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer
Am Strand von Heringsdorf auf Usedom war es nicht einfach, die Abstandsregeln einzuhalten.

Erst die Hitze, dann die Gewitter. In Mecklenburg-Vorpommern hat nicht nur die Corona-Pandemie, sondern auch das Wetter den Start in die Urlaubssaison bestimmt. Nach einem heißen Sommertag vertrieb das Tief "Sylvia" am Samstagabend die trockene Hitze der Vortage und brachte zeitweise Regen und Gewitter ins Land. Bei Temperaturen von bis zu 26 Grad bei Greifswald und 22 Grad auf Rügen und in Schwerin konnten viele Urlauber am Sonntag die Sonnenschirme geschlossen lassen. Volle Strände und volle Straßen gab es deshalb vor allem am Sonnabend. Aber auch am Sonntag war sowohl in den Urlaubsorten als auch auf den Autobahnen viel los. An den Stränden und in den Urlaubsorten hätten sich die Urlauber weitgehend an die wegen des Corona-Risikos verhängten Abstands- und Einreiseregeln gehalten. "Wir haben bis jetzt keine Meldungen bekommen", sagte ein Polizeisprecher.

Von "Ansturm" keine Rede

Obwohl auf den Straßen deutlich mehr Autos in Richtung Seen und Küste unterwegs waren, wollte der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern nicht von einem "Ansturm" sprechen. "Das ist das, was man Sommer für Sommer erlebt, wenn die Menschen in die Urlaubsregionen aufbrechen", so Verbandsgeschäftsführer Tobias Woitendorf. Dabei gebe es wie jedes Jahr auf den Straßen Nadelöhre und Staus. Es sei ein Trugschluss, dass aufgrund der Corona-Lockerungen mehr Gäste ins Land kämen. Tagesbesucher aus anderen Bundesländern dürfen beispielsweise nicht einreisen, zudem seien die Kapazitäten in den Hotels, Pensionen und auf den Campingplätzen wegen der Corona-Beschränkungen de facto auf etwa 80 Prozent verringert. "Wir haben insgesamt durch die Begrenzungen eine geringere Zahl an Menschen im Land", sagte der Verbandschef.

VIDEO: Anreiseverkehr: Ferienstart – aber kein Ansturm (1 Min)

Die Tagestouristen fehlen

Er rechnete an diesem Wochenende mit etwa 350.000 bis 400.000 Übernachtungsgästen. Die Beherbergungsbetriebe seien damit weitgehend ausgelastet und würden das den Sommer über bleiben. In anderen Jahren würden bis zu 200.000 Tagestouristen hinzukommen. "Und die kommen nun eben nicht." Für die Hotels, Gaststätten und Ferienwohnungsanbieter des Landes sei der Start der Sommerferien wichtig, wobei deshalb "die Anspannung im Tourismus noch nicht weg" sei. Viele Betriebe seien noch immer in ihrer Existenz gefährdet.

Kontrollen in den Urlaubsorten

Mecklenburg-Vorpommern setzt bei der Öffnung für den Tourismus auf einen behutsamen Start, um so weit wie möglich zu gewährleisten, Kontaktpersonen im Fall einer Corona-Infektion nachvollziehen zu können. Grenzkontrollen gibt es nicht, stichprobenartige Kontrollen in den Urlaubsorten dagegen schon. Wer keine Buchung vorweisen kann, muss mit Sanktionen rechnen. Touristen aus Risikogebieten wie dem Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen müssen zudem einen maximal zwei Tage alten, negativen Corona-Test vorweisen. Der Polizei zufolge mussten zumindest im östlichen Landesteil deshalb keine Urlauber wieder nach Hause geschickt werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 28.06.2020 | 17:00 Uhr

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