Stand: 23.04.2020 14:23 Uhr

Tourismusgipfel: Branche will zurück ins Urlaubsgeschäft

Schwerin: Hoteliers und Mitarbeiter von Tourismusbetrieben demonstrieren unter Beachtung der Corona-Schutzmaßnahmen für finanzielle Hilfen und Steuererleichterungen zur Rettung der geschlossenen Betriebe vor dem Schloss. © dpa-Bildfunk Foto: Jens Büttner
Hoteliers und Mitarbeiter von Tourismusbetrieben demonstrierten am Vormittag vor dem Schweriner Schloss für Unterstützung.

Mögliche Schritte zum Wiedereinstieg ins Urlaubsgeschäft sind heute Mittag Thema einer Telefonkonferenz zwischen der Landesregierung und Vertretern der Branche. Dabei werden die Touristiker mit der Forderung nach einem Termin für den schrittweisen Wiedereinstieg ins Urlaubsgeschäft auftreten, kündigte der Dehoga-Präsident Lars Schwarz an. Dafür wurde ein Vier-Stufenplan erarbeitet. Zusätzlich werde ein Nothilfeprogramm gebraucht, um Existenzen zu sichern. "Wir waren die erste Branche, die schließen musste", begründete Schwarz die Forderung nach weiterer Unterstützung. Die Corona-Soforthilfen würden in vielen Fällen nicht ausreichen. Weitere Themen seien Kurzarbeitergeld, Liquiditätshilfen und die Strandkorbvermietung.

Glawe: "Sanftes Hochfahren der Branche"

"Der Tourismus ist für unser Land ein elementarer Wirtschaftsbereich, der von der Krise stark betroffen ist. Umso wichtiger ist eine klare Richtung für mögliche Lockerungen und ein sanftes Hochfahren der Branche", sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) vor dem Treffen. Strandkorbvermieter schöpfen wieder vorsichtige Hoffnung. Der Vermieter Mayk Borchardt in Zinnowitz auf Usedom rechnet damit, dass in diesem Sommer trotz der Corona-Krise Strandkörbe an der Ostsee stehen werden. Die Strandkörbe seien bereits in den Vorjahren mit einem Abstand von etwa fünf Metern zueinander aufgestellt worden.

Urlaubsreisen im eigenen Land ermöglichen

In Vorpommern hoffen die Tourismusbetriebe auf einen konkreten Fahrplan. Urlaubsreisen im eigenen Land, wären als erster Schritt aus Sicht der Gastgeber denkbar. Ihre Vorschläge haben sie mit Hygienemaßnahmen unterlegt, denn obwohl es kaum jemandem aus der Branche gut gehe, so der Vorsitzende der Tourismusverbandes Vorpommern, Martin Schröter, seien alle sehr diszipliniert. Gesundheit gehe eben vor. Schröter sagte, die Signale, die das Land derzeit allerdings aussendet, seien nicht optimal.

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Hoffnung auf baldiges Wiedersehen mit Gästen

Mecklenburg-Vorpommern sei für Gäste momentan gesperrt und eher mit Denunziationen in den Schlagzeilen, obschon in dieser Zeit der Gemeinschaftsgedanke im Vordergrund stehen sollte, so Schröter weiter. Diese Schlagzeilen müssten raus aus den Köpfen. Es brauche ein fröhliches Marketing, dass die Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen mit Gästen transportiert. Die Unternehmer hätten gute Ideen, die auch in der Praxis bestehen würden, so der Präsident des vorpommerschen Unternehmerverbandes, Gerold Jürgens. Er fordert einen Fahrplan für den Wiedereinstieg ins Urlaubsgeschäft, der auf das Land mit den wenigsten Corona-Fallzahlen zugeschnitten ist.

Hoteliers demonstrieren vor Staatskanzlei

Hoteliers aus der Mecklenburger Seenplatte untermauerten am Vormittag mit einer Demonstration vor der Staatskanzlei in Schwerin ihre Haltung. Mehrere Sprecher forderten eine Gleichbehandlung mit dem Einzelhandel, der unter strengen Hygieneauflagen und Zugangsbeschränkungen seit Montag wieder öffnen darf. Regelmäßiges Desinfizieren und die Einhaltung von Sicherheitsabständen seien auch in der Gastronomie gut machbar. "Wir brauchen keine Hysterie sondern Pragmatismus", sagte Birgit Bauer vom Waldrestaurant "Johannesruh" bei Wesenberg.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 23.04.2020 | 06:00 Uhr

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