Der Strand in Ahlbeck ist zu Zeiten von Corona leer. © ndr Foto: Matthias Klemme

"Tourismus am Boden" - Dehoga drängt auf Perspektiven

Stand: 15.03.2021 16:50 Uhr

Nach dem Ende der Reisewarnung für die Baleareninseln zeigt der Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern Unverständnis für die Entscheidung der Politik. Die Branche sei am Boden, brauche dringend Perspektiven.

Nach der Aufhebung der Reisewarnung für Mittelmeerinseln wie Mallorca buchen viele Deutsche einen Osterurlaub auf den Baleraren. Während auf Mallorca Hoteliers und Gastronomen die Entscheidung der deutschen Bundesregierung begrüßen, wächst bei einheimischen Touristikern die Kritik. Auch in Mecklenburg-Vorpommern stoßen die politischen Entscheidungen auf Unverständnis.

Dramatische Folgen für Tourismus in MV

Laut dem Präsidenten des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes im Land (Dehoga), Lars Schwarz, wachsen die Schwierigkeiten Tag für Tag. Falls die Hotels weiter geschlossen bleiben, wäre das für die einheimischen Tourismusbetriebe dramatisch. Spätesten Ostern müsse es für Hotels und Gastronomie losgehen, sonst drohen massive Probleme. Schwarz drängt im Interview mit dem NDR auf klare Perspektiven für die "am Boden liegende Branche". In einer Umfrage in der vergangenen Woche hätten drei Viertel der Betriebe gesagt, dass sie jetzt schon große Problemen haben, ein Drittel der Betriebe setze sich schon aktiv mit dem Thema Insolvenz auseinander. Einige Betriebe hätten auch noch immer keine Staatshilfe oder erstmal nur einen Abschlag bekommen. Verzweiflung gäbe es laut Schwarz auch bei den Mitarbeitern. Circa 65.000 Beschäftigte hat das Hotel- und Gaststättengewerbe in Mecklenburg-Vorpommern.

Lockdown mindestens bis 28. März

Noch gilt bis zum 28. März der Lockdown für Beherbergungsbetriebe und Restaurants. Lediglich am 22. März dürfe die Außengastronomie unter strengen Auflagen öffnen, so Schwarz. Wie es dann weitergeht, wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten am 22. März entscheiden.

Sundair fliegt nach Mallorca

Die vorpommersche Fluggesellschaft Sundair hat unterdessen angekündigt, Touristen ans Mittelmeer zu fliegen. Die Flugzeuge sind bisher bis zu 80 Prozent ausgebucht, so der Geschäftsführer der Airline. Die Maschinen starten unter anderem ab dem 27. März von Berlin, Hannover, Düsseldorf und Kassel. Für Sundair sind die Ferienflüge zum Mittelmeer mitten im Sanierungsprozess des Unternehmens mit Sitz in Stralsund eine wichtige Einnahmequelle. Ende April will Sundair eigenen Angaben zufolge den Schutzschirm des Bundes verlassen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 15.03.2021 | 19:30 Uhr

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