Stand: 22.04.2018 09:48 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Tourismus: Messe-Teilnahme zahlt sich für MV aus

Der Landestourismusverband verzeichnet nach der Teilnahme an der Tourismusmesse ITB im März in Berlin erste Erfolge. Mecklenburg-Vorpommern war Partnerland der Veranstaltung - und das zahlt sich offenbar aus: Es habe schon jetzt einen großen Rücklauf von Reiseveranstaltern gegeben, sagte Verbandsgeschäftsführer Bernd Fischer NDR 1 Radio MV. Es gebe handfeste Verträge mit Veranstaltern aus Dänemark und Finnland, mit spanischen Unternehmen sei man in Verhandlungen. Zudem werde noch eine Reise von Experten aus Israel erwartet.

ITB-Chef: Mehr als eine Milliarde Menschen erreicht

Eine äußerst positive Bilanz zieht auch ITB-Chef David Ruetz. Die Präsentation Mecklenburg-Vorpommerns als Partnerland der Messe habe alle bisherigen Rekorde um Längen geschlagen. Durch Tausende von Medienartikeln habe man weltweit mehr als eine Milliarde Menschen erreicht. Zum Vergleich: Das bis dato erfolgreichste Partnerland war die Mongolei mit einer Reichweite von 300 Millionen Menschen.

Erneute Bewerbung als Partnerland möglich

Diese Zahlen machen auch Wolfgang Waldmüller, den Präsidenten des Landestourismusverbandes, optimistisch. Wenn die ITB daran festhalte, auch deutsche Bundesländer als Partnerland zuzulassen, dann sei es durchaus möglich, dass sich Mecklenburg-Vorpommern für eine neuerliche Partnerschaft bewirbt.

Kurzfristig eingesprungen

In diesem Jahr war Mecklenburg-Vorpommern eingesprungen, weil das ursprünglich geplante Partnerland kurzfristig abgesprungen war. Der Landestourismusverband hatte nur 13 Wochen Vorbereitungszeit für die Teilnahme an der Leistungsschau vom 7. bis 11. März, zu der 110.000 Fachbesucher kamen.

Tourismusgesetz vorgeschlagen

Derweil gibt es in der Staatskanzlei Überlegungen, die Schlagkraft der Tourismusbranche durch ein Tourismusgesetz nach Vorbildern aus Österreich oder Südtirol zu erhöhen. "Die Tourismusstrukturen im Land sind zu unübersichtlich, um im internationalen Wettbewerb auf Dauer erfolgreich zu sein", sagte Staatskanzleichef Reinhard Meyer.

Gemeinsames Marketing notwendig

Das Land brauche ein gemeinsames und starkes Marketing. In zwei Jahren kämen mit dem Branchenforum "Germany Travel Mart" die weltweit wichtigsten Reiseeinkäufer nach Deutschland. "Die wollen Reisen aus einer Hand organisieren." Dafür sei eine klare Verbindung zwischen Land, Region und lokalen Tourismusorganisationen notwendig.

Vorbild Kärnten: Gezieltes Marketing

Als beispielhaft beim Marketing führte Meyer Regionen wie Kärnten an. Dort würden alle Gelder gezielt und strukturiert im Marketing eingesetzt. So verfüge Kärnten bei weniger Übernachtungen als Mecklenburg-Vorpommern über einen Etat für die Außenwerbung von rund 21 Millionen Euro, beim Tourismusverband MV seien es rund drei Millionen Euro. Dabei sei es das erklärte Ziel, den geringen Anteil an ausländischen Touristen zu erhöhen, so Meyer. Während ihr Anteil im Nordosten bei gut drei Prozent liegt, werden im bundesweiten Schnitt rund 18 Prozent ausländische Gäste registriert.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 22.04.2018 | 09:00 Uhr

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