Stand: 16.01.2019 12:07 Uhr

Totes Mädchen: Keine heiße Spur vom Verdächtigen

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Der Tatverdächtige floh aus einem Polizeigebäude und schüttelte zahlreiche Verfolger ab.

Nach dem gewaltsamen Tod eines sechsjährigen Mädchens in Torgelow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) haben die Ermittler vom flüchtigen, tatverdächtigen Stiefvater noch immer keine heiße Spur. Das Polizeipräsidium Neubrandenburg hat mittlerweile Verstärkung angefordert. Wie Polizeisprecherin Nicole Buchfink NDR 1 Radio MV sagte, unterstützen seit heute zusätzliche Beamte die Fahndung nach dem 27-jährigen Torgelower. Weitere Einzelheiten zu den Maßnahmen nannte sie nicht.

Schild "POLIZEI".

Tote Sechsjährige: Stiefvater weiter flüchtig

Nordmagazin -

Nach dem gewaltsamen Tod eines sechsjährigen Mädchens in Torgelow ist der tatverdächtige Stiefvater immer noch auf der Flucht. Die polizeiliche Fahndung läuft auf Hochtouren.

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Mann lief Polizisten davon

Derweil gab die Polizei weitere Einzelheiten zur Flucht des Mannes aus der Polizeidienststelle in Pasewalk - rund 15 Kilometer von Torgelow entfernt - bekannt. Der Mann war am Montagabend entkommen, gerade als ihn Kriminalbeamte wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge an seiner Stieftochter in der Dienststelle festnehmen wollten. Als der Tatverdächtige dies mitbekam, sei er plötzlich aus einem Büro des mitten in der Pasewalker Innenstadt gelegenen Polizeihauptreviers fortgelaufen - bis zum Bahnhof, der einen guten Kilometer entfernt am Stadtrand liegt.

Spur verliert sich in einem Zug

Etliche Beamte liefen ihm laut Buchfink sofort hinterher, hätten ihn aber nicht einholen können. Später habe ein Fährtenhund die Spur des Flüchtigen in einem Zug verloren. "Diese Flucht hätte einfach nicht passieren dürfen", so die Polizeisprecherin. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hatte bereits am Dienstag die Umstände der Flucht mit scharfen Worten kritisiert.

Noch keine öffentliche Fahndung mit Foto

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Vor dem Haus legten zahlreiche Menschen Plüschtiere und Kerzen ab.

Eine öffentliche Fahndung mit Foto nach dem Mann ist noch nicht eingeleitet worden. Dazu sei ein richterlicher Beschluss notwendig, den es noch nicht gebe, erklärte Buchfink weiter. Eine Fahndung mit Bild stelle einen tiefen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte eines Menschen dar. Es sei das letzte Mittel, zudem die Fahnder greifen dürfen.

Schon mehrfach polizeilich aufgefallen

Zudem wurde bekannt, dass der Tatverdächtige in der Vergangenheit schon stärker mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist als bisher bekannt. Laut Buchfink ist der Mann auch mit Drogendelikten aufgefallen. Auch wegen Eigentumsdelikten und Körperverletzung wurde bereits gegen ihn ermittelt - aber niemals im Zusammenhang mit Kindern, so Buchfink. Vor knapp einem Jahr hatte das Jugendamt des Kreises Vorpommern-Greifswald die Familie des getöteten Mädchens überprüft. Damals habe es keinerlei Auffälligkeiten gegeben, hieß es.

Obduktionsergebnisse widersprechen Treppensturz-Version

Die Sechsjährige war am Sonnabend in der Wohnung der Familie zu Tode gekommen. Der Lebensgefährte der Mutter hatte die Retter alarmiert, weil das Kind angeblich von einer Treppe gestürzt war. Die Polizei wurde eingeschaltet. Rechtsmediziner untersuchten die Tote und fanden Verletzungen, die aber nicht zu dem angeblichen Sturz passten.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 16.01.2019 | 12:00 Uhr

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