Auf der Müritz wird weiter nach einem vermissten Segler gesucht.

Toter Segler in der Müritz: Ermittlungen gegen Bootsführer

Stand: 05.10.2021 13:11 Uhr

Im Fall des vor zehn Tagen auf der Müritz verunglückten Seglers wird gegen den 62-jährigen Bootsführer wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt. Hintergrund: Der über Bord gegangene 60-Jährige trug keine Rettungsweste.

Der Bootsführer habe aber eine Sorgfaltspflicht, zumal das Boot am 23. September bei Sturm der Windstärke acht auf der Müritz unterwegs war, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg am Dienstag. Nach bisherigen Ermittlungen habe es genügend Rettungswesten an Bord des Segelschiffes gegeben, doch nur einer der vier Besatzungsmitglieder habe eine solche Weste getragen, so der Sprecher weiter.

"Wir haben die Obduktion angeordnet"

Auch der Verunglückte hatte keine Rettungsweste getragen. Das Todesopfer stammt wie die anderen Männer aus der Müritzregion und war am 23. September etwa auf der Mitte des Sees bei bis zu anderthalb Meter hohen Wellen über Bord gegangen. Die Leiche des 60-Jährigen war erst am Wochenende am Ostufer der Müritz gefunden worden. Laut der Staatsanwaltschaft sollen Rechtsmediziner die Leiche untersuchen: "Wir haben die Obduktion angeordnet", sagte der Sprecher am Dienstag.

Polizei geht von Unfall aus

Die Polizei geht derweil weiterhin von einem Unfall aus. Bisher gebe es keine Hinweise auf Fremdeinwirkung oder Alkoholkonsum, sagte eine Polizeisprecherin am Montag. Die genaue Todesursache sei nach wie vor unklar. Nachdem der Segler über Bord gegangen war, hatte ein Mitsegler noch versucht, ihn zu retten. Das misslang jedoch.

Weitere Informationen
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Vermisster Segler tot aus der Müritz geborgen

Der 60-Jährige war am 23. September bei Sturm über Bord gegangen. Seither war täglich nach dem Mann gesucht worden. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 05.10.2021 | 14:00 Uhr

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