Stand: 17.04.2019 15:50 Uhr

Tote Maria aus Zinnowitz: Haftbefehle erlassen

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Mitte März wurde die junge Frau tot in ihrer Wohnung in Zinnowitz aufgefunden. (Archivbild)

Im Fall der getöteten Maria aus Zinnowitz hat der Richter gegen die beiden Tatverdächtigen Haftbefehl wegen des Verdachts des gemeinschaftlichen Mordes erlassen. Den Männern im Alter von 19 und 21 Jahren wird vorgeworfen, die 18-Jährige in ihrer Wohnung getötet zu haben.

Suche nach Tatwaffe

Die "Soko Maria" hatte die beiden Männer am Dienstag in Zinnowitz festgenommen. Die beiden Tatverdächtigen sitzen in Untersuchungshaft und sind zum Teil geständig, auch wenn sich ihre Aussagen zum Tathergang in einigen Punkten widersprechen. Die Polizei sucht inzwischen nach zwei Tatwaffen. Die mutmaßlichen Täter haben zwar Angaben zum Fundort der Tatwaffen gemacht, die Ermittler haben sie allerdings bisher nicht gefunden.

Motiv noch unklar

Nach bisherigen Erkenntnissen stammen die jungen Männer ebenfalls aus Zinnowitz und sollen das Opfer gekannt haben. Nach Angaben des stellvertretenden Leiters der Stralsunder Staatsanwaltschaft, Sascha Ott, sei das Motiv der jungen Männer noch unklar. Bei dem Jüngeren der beiden Tatverdächtigen müsse zusätzlich geprüft werden, ob Jugendstrafrecht angewendet wird, so Ott im Gespräch mit NDR 1 Radio MV.

Staatsanwaltschaft geht von Mord aus

Bereits am Montag habe das Amtsgericht Stralsund auf Antrag der zuständigen Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen den 21-Jährigen erlassen, hieß es. Neue Erkenntnisse am Dienstagmorgen hätten dann zur Festnahme des 19-Jährigen geführt. Ott zufolge sollen Bekannte der Verdächtigen die Polizei auf die Spur der beiden Männer geführt haben. Ott geht derzeit davon aus, dass es sich um Mord und nicht um Totschlag handele.

Caffier: Dank an Ermittler und Bevölkerung

Nach den Festnahmen brachte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) seine Freude darüber zum Ausdruck, dass die Tat aufgeklärt zu sein scheint und dankte den Ermittlern für ihre Arbeit sowie der Bevölkerung für Hinweise. Auch der Bürgermeister von Zinnowitz, Peter Usemann (Wählergemeinschaft), zeigte sich sehr erleichtert über die Festnahmen.

Großer Bekanntenkreis verzögerte Ermittlungen

Seit dem Tod von Maria in Zinnowitz vor rund einem Monat hatte eine Sonderkommission mit rund 50 Beamten über 150 Menschen aus dem Umfeld der Getöteten befragt. Aufgrund der Vielzahl an Kontakten in verschiedenen sozialen Netzwerken gingen die Ermittler bundesweit mehreren Spuren und Indizien nach, so eine Sprecherin der Polizei weiter. Die junge Frau war Mitte März mit Stichverletzungen tot in ihrer Wohnung aufgefunden worden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 17.04.2019 | 16:00 Uhr

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