Stand: 14.02.2019 11:38 Uhr

Toshiba will Loks bauen - in Rostock oder Kiel

Es winken Millionen-Investitionen und bis zu 300 neue Arbeitsplätze: Der japanische Technologiekonzern Toshiba will in Norddeutschland Hybrid-Lokomotiven bauen. Die Nachfrage ist da: Die Gütersparte der Deutschen Bahn, DB Cargo, hat bereits 100 solcher Hybrid-Loks, die über lesitungsstarke Akkus verfügen und einen Großteil ihrer Bremsenergie zurückgewinnen können, bestellt und will später am Produktionsstandort ein Technologiezentrum eröffnen. Unklar ist, in welcher Stadt. Rostock und Kiel stehen in der engeren Auswahl. Am Ende könnten beide Städte ein Stück vom Kuchen abbekommen.

Rote Lock

Hybrid-Loks: Erhält Rostock den Zuschlag?

Nordmagazin -

Seit mehr als zwei Jahren buhlen Rostock und Kiel um einen Milliarden-Auftrag aus Japan: Der Technologiekonzern Toshiba will im Norden Deutschlands Hybrid-Lokomotiven bauen.

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Gegensätzliche Medien-Spekulationen

Toshiba ließ sich bis zuletzt nicht in die Karten schauen, welchen Standort das Unternehmen favorisiert. Dagegen wurde in den regionalen Medien bereits wild spekuliert. Die "Kieler Nachrichten" meldeten am Wochenende, dass der Schwerpunkt der Fertigung in der Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins liegen werde, im Deutsche-Bahn-Werk in Rostock würden die "grünen" Öko-Loks lediglich montiert. Nein, ganz im Gegenteil, konterte die in Rostock erscheinende "Ostsee-Zeitung" wenige Tage später: Die Stadt an der Warnow habe die Nase vorn: Der größte Teil des Auftrags gehe nach Rostock, verlautete aus Bahn-Kreisen, so die Zeitung.

Jeder Standort hat seine Vorteile

Jede Stadt hat nach Informationen von NDR 1 Radio MV ihre eigenen Vorteile. Rostock kann mit viel Platz auf alten Industrieflächen sowie sehr guten Gleis- und Hafenanbindungen punkten. Für Kiel spricht, dass dort die Firma Vossloh schon heute hochmoderne Diesel-Loks produziert. Und: Das Kieler Werk hat zudem den Prototypen der Hybrid-Loks für Toshiba gebaut. Das nötige Know-How und Eisenbahnbau-Tradition sind an der Förde also vorhanden. Zuletzt wurde aber auch über eine Produktion an beiden Standorten spekuliert - aufgeteilt nach Einzelteil- und Endfertigung.

DB Cargo befürwortet Rostock

Egal ob Rostock oder Kiel - zunächst müsste eine Fabrik gebaut werden. DB Cargo ist mit einem großen Logistikzentrum in der Nähe von Rostock vertreten und befürwortet daher diesen Standort. Doch die Entscheidung trifft nicht die DB-Tochter, sondern Toshiba, das sich bis zuletzt in Schweigen hüllte. Falls das Werk nach Rostock käme, würde dort der führende Standort im Hybridlok-Bau europaweit entstehen. Wirtschaftlich könnte die ganze Region profitieren.

Wer bietet mehr?

Letztlich dürfte die Entscheidung der Japaner auch an die Vergabe von Fördermitteln gebunden sein. Die Landesregierungen und Oberbürgermeister setzen natürlich auf ihre jeweiligen Standorte. In die Karten schauen lässt sich dabei aber niemand. Aus dem Wirtschaftsministerium in Schwerin hieß es in dieser Woche, dass man mit Toshiba Stillschweigen vereinbart habe.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 14.02.2019 | 12:00 Uhr

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