Stand: 07.08.2019 17:55 Uhr

Tödlicher Zugunfall: Mann nahm illegale Abkürzung

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Gerade Züge aus Richtung Schwerin sind an der Stelle wegen einer Kurve schlecht zu sehen, so Boizenburgs Bürgermeister Harald Jäschke. (Symbolbild)

Nach dem Fund eines Toten am Mittwochmorgen am Bahnhof in Boizenburg (Landkreis Ludwigslust-Parchim) geht die Polizei von einem Unglück aus. Den Angaben zufolge wollte der 61-jährige Boizenburger die Gleise vermutlich an einer Stelle überqueren, an der dies nicht erlaubt ist. Beim Passieren der Bahnstrecke ist der Verunglückte wahrscheinlich seitlich von einem Zug erfasst worden - darauf deuten laut Polizei die Verletzungen des Toten hin. Die Ermittlungen dauern aber noch an.

Stadt forderte schon mehrfach einen Zaun

Boizenburgs Bürgermeister Harald Jäschke sagte NDR 1 Radio MV, dass er selbst schon oft beobachtet hat, wie Bahnreisende in Boizenburg einfach über die Gleise laufen. Es gebe zwar eine Unterführung durch die Fußgänger die Bahnsteige sicher erreichen können. Dies dauere aber bis zu fünf Minuten länger als die illegale Abkürzung über die Schienen. Gerade Züge aus Richtung Schwerin seien wegen einer Kurve schlecht zu sehen. Die Stadt habe das Problem schon mehrmals mit der Bahn besprochen und an der gefährlichen Stelle einen Zaun gefordert. Die Bahn lehne das aber ab.

Bahnsprecher verweist auf Warnschilder

Ein Bahnsprecher verwies darauf, dass grundsätzlich davor gewarnt würde, Gleisanlagen zu betreten. In Boizenburg stehen entsprechende Schilder in mehreren Sprachen. Wegen des Zwischenfalls war die Bahnstrecke Hamburg-Berlin am Vormittag zeitweise gesperrt.

Auch Störung auf Strecke Hamburg-Hannover

Nach einem Blitzeinschlag im Stellwerk von Bad Bevensen war auch die Bahnstrecke zwischen Hamburg und Hannover am Mittwochmorgen gestört. Die Züge wurden über Rotenburg umgeleitet. Auch dort seien die Probleme mittlerweile behoben, sagte die Sprecherin.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 07.08.2019 | 15:00 Uhr

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