Tod von Strenz: Ergebnis laut Staatsanwaltschaft erst "in Wochen"

Stand: 23.03.2021 13:09 Uhr

Die CDU-Politikerin Karin Strenz ist auf dem Rückweg von Kuba nach Deutschland gestorben. Sie war offenbar privat auf Kuba. Ergebnisse eines Rechtshilfeersuchens an Irland, wo der Tod der 53-Jährigen festgestellt worden war, werden erst "in Wochen" erwartet.

Die Bundestagsabgeordnete Karin Strenz (CDU) aus Mecklenburg-Vorpommern ist im Alter von 53 Jahren gestorben.Trotz einer Notlandung in Irland kam für sie jede Hilfe zu spät. Strenz sei auf dem Rückflug von Kuba nach Deutschland kollabiert, erklärte der Sprecher der Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern, Eckhardt Rehberg, am Sonntagabend der Deutschen Presse-Agentur.

Todesursache noch unklar

Medienberichten zufolge verlor Strenz auf dem Flug von Varadero (Kuba) mit dem Ziel Frankfurt am Main mitten über dem Atlantik das Bewusstsein. Die Crew an Bord habe daraufhin eine ungeplante Zwischenlandung im irischen Shannon eingeleitet. Nach kurzer Behandlung am Flughafen wurde sie in die 25 Minuten entfernte Klinik nach Limerick gebracht. Dort konnte nach Angaben irischer Medien nur noch der Tod der 53-Jährigen festgestellt werden - offenbar, so heißt es, aufgrund von Herzproblemen. Die Todesursache soll in Irland geklärt werden. Die Staatsanwaltschaft Schwerin erklärte, sie werde im Rahmen des in diesen Fällen üblichen Todesermittlungsverfahrens die Ergebnisse der Behörden in Irland anfordern. Mit einem Ergebnis sei aber erst in einigen Wochen zu rechnen, hieß es am Dienstag. Mit dem Rechtshilfeersuchen will die Staatsanwaltschaft genauere Informationen zum plötzlichen Tod der 53-Jährigen erhalten.

Grund der Kuba-Aufenthalts offenbar privat

Es habe sich um keine Dienstreise im Auftrag des Deutschen Bundestags gehandelt, sagte ein Parlamentssprecher am Montag. Demnach ist offenbar davon auszugehen, dass Strenz Urlaub auf Kuba gemacht hat, das vom RKI seit Ende Februar als Risikogebiet geführt wird. Das Auswärtige Amt rät deswegen von "nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Kuba" mit Hinweis auf eine bestehende Reisebeschränkung wegen hoher Infektionszahlen ab. Strenz hätte sich nach ihrer Rückkehr in Quarantäne begeben müssen.

Große Betroffenheit bei der CDU

Wie immer beim Tod eines Mitglieds des Bundestags würden die Fahnen einen Tag lang auf Halbmast gesetzt. "Das ist eine menschliche Tragödie", sagte Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) dem Fernsehsender "Welt". Auch der Chef der CDU-Landesgruppe und Strenz' langjähriger Förderer Eckhard Rehberg zeigte sich tief betroffen. "Die Nachricht kam unerwartet und hat große Betroffenheit ausgelöst. Der frühe Tod von Karin Strenz ist zweifelsohne eine menschliche Tragödie", hieß es in einer am Montag in Schwerin verbreiteten Mitteilung des CDU-Landesvorsitzenden Michael Sack.

Maika Friemann-Jennert will Bundestagsmandat übernehmen

Im Bundestag wird ihr voraussichtlich die Landtagsabgeordnete Maika Friemann-Jennert nachfolgen. "Es wird eine sehr große Ehre für mich sein, dem Bundestag anzugehören", sagte die 56-Jährige, die gemäß ihres Listenplatzes nachrücken kann, am Dienstag. Auch wenn es nur eine kurze Zeit sei. Das formelle Schreiben dazu stehe aber noch aus. Sie wolle auch die Ausschüsse besetzen, in denen Strenz tätig war, darunter den Verteidigungsausschuss. Friemann-Jennert ist Diplom-Bibliothekarin und gehört dem Schweriner Landtag seit 2006 an. Zur Wahl im Herbst 2021 wollte sie nicht mehr antreten. Auf den dann frei gewordenen Landtagssitz hat der neue Kreistagspräsident in Nordwestmecklenburg, Thomas Grote, Anspruch. Kurz vor Ende der Legislaturperiode könnte er so noch in den Landtag einziehen.

Umstrittener Einsatz für Aserbaidschan

Umstritten war Strenz zuletzt wegen ihrer Lobby-Tätigkeiten für Aserbaidschan. Anfang 2020 gab es im Zusammenhang mit Geldflüssen aus dem autoritär regierten Land Durchsuchungen bei der CDU-Politikerin und einem früheren CSU-Parlamentarier. Damals sprach die Staatsanwaltschaft Frankfurt von rund vier Millionen Euro, die zwischen 2008 und 2016 über britische Briefkastenfirmen und baltische Konten geflossen seien. Ermittelt wurde wegen Mandatsträgerbestechung und Geldwäsche.

Bei der Durchsuchung im Januar 2020 wurden 16 Wohnungen und Geschäftsräume in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und Belgien inspiziert, darunter auch ein Abgeordnetenbüro des Bundestags. Strenz blieb trotz der Vorwürfe Mitglied des Bundestags, bei der anstehenden Wahl im September 2021 wollte sie aber nicht mehr kandidieren.

Erstmals 2009 in den Bundestag gewählt

Die gebürtige Lübzerin war seit 2009 Mitglied des Bundestags. Bei den Wahlen 2009, 2013 und 2017 gewann sie jeweils eines der sechs Direktmandate in Mecklenburg-Vorpommern. Von 2002 bis 2006 sowie von 2007 bis 2009 war sie Landtagsabgeordnete im Nordosten. Im Bundestag saß sie zuletzt unter anderem im Verteidigungsausschuss.

Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 22.03.2021 | 19:30 Uhr

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