Stand: 05.02.2020 11:44 Uhr

Thomas-Cook-Pleite: Kaum Einbußen im Gastgewerbe in MV

Blick auf das Logo an der Firmenzentrale des britischen Reiseveranstalters Thomas Cook.
Im Herbst 2019 mußte der Reiseveranstalter "Thomas Cook" Insolvenz anmelden. Bundesweit warten bis heute 220.000 Pauschalreisende auf die von der Bundesregierung zugesagte Entschädigung.

In Mecklenburg-Vorpommern hatte die Insolvenz des Reiseveranstalters "Thomas Cook" kaum Konsequenzen für das örtliche Gastgewerbe, das belegt eine aktuelle Studie der Agentur für Arbeit. Vier Monate nach der Insolvenz hatte sie deren Auswirkungen auf die Hotellerie in Mecklenburg-Vorpommern analysiert. Damals waren viele Hoteliers von der Pleite betroffen. Das Gastgewerbe im Land war ursprünglich von einem Schaden bei Hotels und Pensionen von rund einer Million Euro ausgegangen und forderte daher finanzielle Unterstützung von Land und Bund, um Personaleinsparungen und Entlassungen zu vermeiden.

Keine wesentlichen Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt

Hier im Land hatte die Insolvenz des Unternehmens laut der aktuellen Analyse kaum Konsequenzen: Nur ein Betrieb des lokalen Gastgewerbes hatte einen Antrag auf finanzielle Unterstützung bei der Agentur für Arbeit gestellt und in Form von Kurzarbeitergeld für drei Mitarbeiter auch erhalten. Die Aufregung im vergangenen Jahr sei ein Sturm im Wasserglas gewesen, so Agentursprecher Christian Glaser, der die Studie vorstellte.

Kaum Erlöseinbußen für MV-Tourismusanbieter

Als die Thomas-Cook-Pleite im September 2019 öffentlich wurde, hätten eine ganze Reihe Hotellerie- und Gastronomiebetriebe in MV angegeben, mit Erlöseinbußen zu rechnen, so Glaser. Es seien dann aber doch über andere Reiseveranstalter oder Direktbuchungen ausreichend Gäste gekommen. Auch das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern hatte ursprünglich betroffenen Unternehmen Unterstützung in Form von Bürgschaften und Darlehen zugesagt, dessen Angebote seien ebenfalls von keinem Unternehmen in Anspruch genommen worden.

Hotel- und Gaststättenverband reagiert verhalten

Der Hotel- und Gaststättenverband Mecklenburg-Vorpommern reagierte verhalten auf die Ergebnisse der Arbeitsmarktstudie. Man sei mit einem blauen Auge davongekommen, so der Präsident Lars Schwarz im Gespräch mit NDR 1 Radio MV. Nach Angaben des Verbandes habe das Gastgewerbe aus der Thomas-Cook-Pleite gelernt, wie wichtig es sei, Kunden direkt zu werben und sich bei der Zusammenarbeit mit Reiseanbietern breit aufzustellen.

Weitere Informationen
Ein Puppenliegestuhl auf Sand mit Strandgut vor einem Holzherz mit der Aufschrift Hotel und fünf Sternen. © fotolia.com Foto: Kathrin39

Thomas-Cook-Pleite bedroht kleine Hotels

Die Insolvenz des Reiseveranstalters Thomas Cook bedroht nach Einschätzung des Hotel- und Gaststättenverbandes in Mecklenburg-Vorpommern zahlreiche kleine Betriebe. mehr

Die Hecks von zwei großen Flugzeugen © dpa-Bildfunk Foto: Silas Stein/dpa

Flugausfälle, Verspätungen und Pleiten - was nun?

Immer wieder kommt es zu Flugausfällen und Verspätungen für Reisende. Wann darf man sein Ticket stornieren? Was passiert bei einem Streik, was bei einer Insolvenz? Ein Überblick über die Rechte. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 04.10.2010 | 15:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Eine Schutzmaske fliegt über Menschensilhouetten. (Symbolbild) © photocase.de/panthermedia Foto: Christoph Thorman,  Gemini13

Schwesig: 50 Euro Corona-Bußgeld in MV bei Falschangaben in Lokalen

Wer künftig in Lokalen falsche Angaben zu seiner Person macht, soll mit 50 Euro Bußgeld belegt werden, so Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. mehr

Reinhard Meyer © picture alliance / dpa Foto: Horst Galuschka

Corona-Krise: Landesregierung beschließt Rekord-Neuverschuldung

Die Landesregierung will mit einer Rekord-Neuverschuldung die Folgen der Corona-Krise abfedern. Das Kabinett hat sich auf zusätzliche Kredite in Höhe von 2,15 Milliarden Euro verständigt. mehr

Eine Person arbeitet im Labor an einem Test © Colourbox

MV: 16 neue Corona-Infektionen, 1.185 insgesamt

Bis Dienstagnachmittag haben sich in Mecklenburg-Vorpommern 16 weitere Menschen mit dem Coronavirus infiziert. mehr

Rostock: Auf den Gleisen vor dem Depot der Rostocker Straßenbahn steht ein Schild mit der Aufschrift "Streik". © dpa-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck

Warnstreik im Nahverkehr - Zehntausende in MV betroffen

Busse und Bahnen sind heute morgen vielerorts in Mecklenburg-Vorpommern in den Depots geblieben. Ver.di hatte zum Warnstreik im Nahverkehr aufgerufen. Seit 9 Uhr rollt der Verkehr wieder an. mehr