Tests für Kinder: In der Schule freiwillig, beim Shoppen Pflicht

Stand: 08.04.2021 17:45 Uhr

Wenn ein Kind in Mecklenburg-Vorpommern zur Schule geht, dann ist der Corona-Test freiwillig. Geht es mit den Eltern einkaufen, dann wird der Test aber zur Pflicht. Gesundheitsminister Glawe kündigte an, dass diese Regelung noch einmal überprüft wird. Lehrerverbände weisen auf ungeklärte rechtliche Fragen hin.

Für die Kinder in Mecklenburg-Vorpommern hat am Donnerstag die Schule nach den Osterferien wieder begonnen, teilweise im Distanzunterricht. Es wird zwar auf das Coronavirus getestet, aber diese Tests bleiben zunächst freiwillig, wie Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) am Mittwoch ankündigte. Gleichzeitig gilt in Mecklenburg-Vorpommern aber auch: Wer mit seinem Kind einkaufen gehen will, der kommt an einem Test auch für das Kind nicht vorbei. Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) räumte gegenüber dem NDR ein, dass diese Regelung widersprüchlich sei. Glawe sagte, dass das Thema auf dem nächsten MV-Gipfel Ende kommender Woche erörtert werde. Zunächst gelte aber, was in der Landesverordnung festgelegt sei.

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Mehrzahl der Länder will Testpflicht an Schulen

Derweil wird das Testen in Schulen in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich gehandhabt. Die meisten Bundesländer haben sich inzwischen für eine Testpflicht an den Schulen entschieden, in einigen gilt sie schon, in anderen soll sie spätestens in den nächsten zwei Wochen kommen. Am Donnerstagnachmittag sind die Bildungsminister der Länder zusammengekommen, um über ein möglichst einheitliches Vorgehen während der Pandemie zu beraten. In neun Bundesländern beginnt - anders als in Mecklenburg-Vorpommern - die Schule erst am Montag wieder.

Testpflicht an Schulen: Ungeklärte rechtliche Fragen

Auch der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, forderte eine einheitliche Testpflicht für alle Schüler in Deutschland. Die Bildungsverbände in Mecklenburg-Vorpommern sind noch in der Meinungsfindung. Der Vorsitzende des Landesverbandes Bildung und Erziehung, Michael Blanck, will angesichts ungeklärter rechtlicher Fragen nichts übers Knie brechen. Blanck plädiert dafür, erst genau hinzuschauen, bevor eine Testpflicht an Schulen eingeführt wird. Er fragt sich, was beispielsweise mit den Schülern geschehe, die dann zu Hause bleiben. Diese müssten selbständig ihre Aufgaben erarbeiten. Distanzunterricht zusätzlich zum Präsenzunterricht zu erteilen, würde die Lehrer doppelt belasten, so Blanck.

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GEW will zunächst Einschätzung der Lehrer einholen

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) will sich zur Einführung einer Testpflicht an den Schulen noch nicht äußern. Zunächst sollen die Mitglieder - also Lehrer - nach ihrer Einschätzung befragt werden. Grundsätzlich richtet sie aber noch einen anderen Appell an die Politik: Lehrer an allen Schulformen müssten nun dringend ein Impfangebot bekommen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 08.04.2021 | 18:00 Uhr

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