Stand: 31.08.2020 05:47 Uhr

Taucher holen Geisternetze aus der Ostsee

Toter Kormoran in einem "Geisternetz" © WWF
Auch Kormorane verfangen sich gelegentlich in Geisternetzen.

Vor Rügen wollen Taucher eine Woche lang sogenannte Geisternetze aus der Ostsee holen. Es ist bereits der zweite Großeinsatz der Naturschutzorganisation "Gesellschaft zur Rettung der Delphine". Geisternetze werden Netze genannt, die Fischer auf der Ostee im Wasser verloren haben, oder die beim Fischen abgerissen sind. Das Problem ist, dass sie unter Wasser quasi weiterhin fischen. Meeresbewohner wie Schweinswale können sich in diesen Netzen verfangen. Wenn sie sich nicht befreien können, verenden sie darin.

Gefahr durch Mikroplastik

Außerdem zersetzen sich diese Netze im Lauf der Zeit. Damit steigt die Konzentration von Mikroplastikteilen im Meerwasser. Sie werden von Fischen aufgenommen. Ersten Studien zufolge nimmt der menschliche Körper dieses Mikroplastik beim Fischverzehr auf. Das kann demnach die Entstehung von Turmoren begünstigen. Deshalb werden eherenamtliche Sporttaucher in dieser Woche von Prora auf Rügen aus bereits bekannte Geisternetze bergen. In diesem Jahr haben sie bereits 2,5 Tonnen Fischernetze aus der Ostsee geholt und vernichtet.

Weitere Informationen
Toter Kormoran in einem "Geisternetz" © WWF

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 31.08.2020 | 06:00 Uhr

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