Stand: 29.11.2018 21:36 Uhr

Talk im Funkhaus: Der NDR im Gespräch

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Beim Talk im Funkhaus standen Joachim Knuth (Programmdirektor Hörfunk), Elke Haferburg (Direktorin des NDR Landesfunkhauses Mecklenburg-Vorpommern), Lutz Marmor (Intendant des NDR) und Frank Beckmann (Fernsehdirektor) Rede und Antwort.

Sie fragten - und der NDR antwortete: Alles Wissenswerte rund um das Programm des Norddeutschen Rundfunks war das Thema beim Talk im Funkhaus am Donnerstagabend im Landesfunkhaus Schwerin. Dort stellten sich im Foyer vor 50 ausgelosten Gästen Landesfunkhausdirektorin Elke Haferburg, NDR Intendant Lutz Marmor, Hörfunkprogrammdirektor Joachim Knuth und Fernsehprogrammdirektor Frank Beckmann den Fragen der Zuschauer und Zuschauerinnen. Einige der Gäste im Publikum wandten sich direkt mit ihren Fragen an die Gesprächspartner, andere Nutzer hatten vorab ihre Anliegen formuliert. Durch den Abend führte NDR 1 Radio MV Moderatorin Dörthe Graner.

Beim Talk im Funkhaus stehen Dörthe Graner (Moderatorin), Joachim Knuth (Programmdirektor Hörfunk), Elke Haferburg (Direktorin des NDR Landesfunkhauses Mecklenburg-Vorpommern), Lutz Marmor (Intendant des NDR) und Frank Beckmann (Fernsehdirektor) an Tischen. © NDR Foto: Uwe Pillat

Talk im Funkhaus: NDR beantwortet Ihre Fragen

Sie haben gefragt, der NDR hat geantwortet: Beim Talk im Funkhaus konnten Sie Ihre Fragen und Anregungen zum Programm des Norddeutschen Rundfunks ganz direkt stellen.

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Fragen deckten breites Spektrum ab

Und die NDR Nutzer wollten allerhand wissen: Wie hieß die erste Sendung von NDR 1 Radio MV? Antwort: Morgens ging es mit "Frühstart" los, und dann mit "Nordschapp" weiter! Oder: Wann kommen die neuen Folgen des Tatortreinigers? Am 18. und 19. Dezember! Die Fragen deckten ein ganz weites Feld rund um das NDR Programm ab. "Toll, wie genau Sie unser Programm beobachten und vielen Dank für die interessierten, fairen Fragen", bilanzierte Intendant Lutz Marmor am Ende der rund 90-minütigen Gesprächsrunde.

Auf den Zahn gefühlt

Neben allerlei Details zu einzelnen Sendungen und vordergründig Kuriosem fühlten die Fragesteller den Anwesenden auch ganz schön auf den Zahn. So wollte Herr Klüwer aus Rehna wissen, wie es beim NDR um die Transparenz bestellt sei. Er vermisse Informationen über Verbindungen mit Produktionsfirmen oder wie viel der Intendant verdient. Lutz Marmor verwies auf NDR.de. Dort seien viele Zahlen dargelegt - auch sein Gehalt. Auch zu den Tochterfirmen der NDR Media, den Kosten der Produktionen in Hörfunk und Fernsehen sowie der Verteilung der Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag stehe dort viel.

Informationssendungen teurer als Unterhaltung

Rund um das Thema Geld drehten sich auch Fragen zu den Kosten der einzelnen Sendeminuten. So wollte Paulina Maik wissen, warum nicht mehr Serien ausgestrahlt werden. "Das ist eine Frage des Geldes", sagte Fernsehprogrammdirektor Frank Beckmann. So koste eine Sendeminute DAS! rund 800 Euro. "Aber eine Serie kostet das Zehnfache. Wenn sie dann noch an den Tatort oder Polizeiruf 110 denken, dann kostet das 16.000 Euro." Der NDR könne nicht nur die "teuren" Programme machen, sondern müsse auch die günstigeren unterhaltsamen machen.

Viele Anregungen, Lob und Kritik

Horst Toll aus Neustrelitz wollte wissen, ob es beim NDR eine Zuschauerredaktion gibt - und wie die Zuschriften bearbeitet werden. "Es gibt mehrere Zuschauerredaktionen, denn die Resonanz ist uns sehr wichtig", sagte Marmor. Rekordhalter sei die vom NDR verantwortete Sendung Tagesschau/Tagesthemen: "14.000 Anfragen gehen dort ein - pro Monat." In den übrigen Redaktionen des NDR kämen pro Monat 13.000 weitere Zuschriften dazu - darunter viele Anregungen, viel Lob, aber auch Kritik. Die Zuschriften seien in Zeiten der sozialen Medien deutlich mehr geworden. "Früher musste man einen Brief schreiben, heute geht das schnell und sehr spontan." Das habe zwei Seiten: Man müsse mehr Arbeit reinstecken, aber man bekomme auch mehr Anregungen - "und das ist gut!", so Marmor.

Vertrauen als wichtigste Währung

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Auch kritische Fragen wurden beantwortet.

Herr Lesser aus Rövershagen bemängelte teilweise widersprüchliche Meldungen in Presse und Fernsehen. Er frage sich manchmal, wem er eigentlich noch glauben könne und ob Journalisten nicht von den Regierungen vorgesetzt bekämen, was sie zu berichten hätten. Dem widersprach Marmor vehement: "Wir sind unabhängige Journalistinnen und Journalisten. Wir müssen unbequem gegenüber den Mächtigen sein", sagte Marmor mit Verweis auf die jüngsten Enthüllungen im Implantat-Skandal. Das Vertrauen der Zuschauer und Hörer sei die wichtigste Währung. Nichtsdestotrotz könnten auch einmal Fehler passieren. "Das kommt aber nicht oft vor. Und wenn es vorkommt, müssen wir sie korrigieren. Aber wir sind keineswegs Sprachrohr der Regierung, der Industrie oder der Gewerkschaften."

Mecklenburg-Vorpommern im NDR abgehängt?

Torsten Schropas bemängelte, dass Mecklenburg-Vorpommern im Programm des NDR ganz schön abgehängt sei. In der Sportberichterstattung wird seiner Meinung nach viel mehr über Clubs aus Hamburg, Niedersachsen oder Schleswig-Holstein berichtet. Zudem störten ihn Aussprachefehler bei Orten im Nordosten - etwa wenn Güstrow so ausgesprochen wird, wie man es schreibt - mit "w" am Ende. Hörfunkprogrammdirektor Joachim Knuth räumte ein, dass solche Aussprachefehler ärgerlich seien, aber korrigiert würden. Knuth verwies aber auch darauf, dass beispielsweise NDR 2 regelmäßig zu großen Ereignissen wie etwa in Rostock komme. Ebenso spielten die Orchester des NDR häufig in Mecklenburg-Vorpommern. Ein Manko sei aber, dass im Sport viele Spitzenteams im Fußball und Handball aus den anderen Bundesländern kämen. "Wenn Hansa in die Zweite Liga aufsteigen würde, das wäre super."

Geschichte der DDR von vielen Seiten beleuchtet

Heiko Zientz kritisierte die seiner Meinung nach zu negative Darstellung der DDR etwa in den Zeitreisen im NDR Nordmagazin. Elke Haferburg räumte ein, dass dieser Eindruck mitunter entstehen könnte. Aber das liege auch daran, dass die DDR nun einmal eine Diktatur war und es die Stasi tatsächlich gab. Dennoch sei die Berichterstattung nicht einseitig: "Wir versuchen, die Geschichte der DDR von verschiedenen Seiten zu beleuchten." Viele Zeitreisen handelten von ganz unterschiedlichen Themen: beispielsweise den DDR-Kreuzfahrtschiffen, den skurrilen Ziehharmonika-Hallen, Urlaub in der DDR oder FKK im Osten. "Da sind viele Geschichten, die direkt aus dem Leben erzählen", so Elke Haferburg. "Wir haben dazu auch Begleitmaterialien erstellt und sind damit in Schulen, um diese Geschichten auch den nachfolgenden Generationen zu vermitteln."

Brücken bauen zwischen Ost und West

"Wir haben die Aufgabe, die Brücke zwischen Ost und West zu bauen. Gerade wenn wir Geschichtsdokumentationen machen, finde ich die Stimme aus dem Landesfunkhaus Mecklenburg-Vorpommern sehr stark wieder", ergänzte Frank Beckmann. Mit Blick in die Zukunft führte Elke Haferburg zwei spannende Projekte für das Jahr 2019 an, bei denen deutsche Geschichte gewissermaßen von zwei Seiten erzählt werde: die Schneekatastrophe im ganzen Norden vor 40 Jahren und das anstehende 30. Jubiläum des Mauerfalls. Über beide Ereignisse werde der NDR in außergewöhnlicher Weise berichten. "Das werden glaube ich sehr gute Projekte."

Falls Sie den Talk im Funkhaus verpasst haben, können Sie ihn auf dieser Seite noch einmal in ganzer Länge sehen. Außerdem berichtet am Freitag das NDR Nordmagazin über die Veranstaltung, bei NDR 1 Radio MV wird im Anschluss daran ab 20.15 Uhr ein Zusammenschnitt in der Sendung "Das Forum" ausgestrahlt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Der Tag | 29.11.2018 | 18:00 Uhr

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