Sendedatum: 03.05.2019 19:30 Uhr

Succow-Stiftung: 20 Jahre Einsatz für das Moor

Am blauen Himmel über einem Moor sind ein paar weiße Wolken. © NDR Foto: Doris Dräger
Vor allem die Renaturierung der Moore aus Klimaschutzgründen hat sich die Michael-Buccow-Stiftung auf die Fahne geschrieben.

Ob in Steppen, Wüsten oder Tropen - seit zwanzig Jahren setzt sich die Greifswalder Michael-Succow-Stiftung in Deutschland und weltweit für den Moor- und Klimaschutz sowie eine zukunftsfähige Landnutzung ein. In Mecklenburg-Vorpommern gehören dazu auch die Gründung des Greifswald-Moor-Centrums sowie ein eigenes Naturschutzhaus auf der Insel Koos.

Succow - "Vater" ostdeutscher Nationalparke

Seit der Gründung 1999 durch den Moorforscher und Träger des Alternativen Nobelpreises Michael Succow, war die Stiftung an 100 Schutzprojekten in 15 Ländern beteiligt. Finanzieller Grundstock sei das Preisgeld in Höhe von 100.000 DM gewesen, sagt Michael Succow, das er für den alternativen Nobelpreis erhalten hatte. Er hatte maßgeblich dafür gesorgt, dass große wertvolle Naturlandschaften in Ostdeutschland kurz vor der Wiedervereinigung als Nationalparke ausgewiesen wurden.

Die Organisation kümmert sich unter anderem in Deutschland, Aserbaidschan, Usbekistan, Russland und vielen anderen Ländern weltweit um die Entwicklung von Schutzgebieten und um zukunftsfähige Landnutzung.

Michael Succow

Prof. Michael Succow war 1990 in der letzten DDR-Regierung stellvertretender Umweltminister und gilt als Vater der ostdeutschen Nationalparke, die heute zum "Tafelsilber der Deutschen Einheit" zählen. 1997 erhielt er den "Alternativen Nobelpreis" in Anerkennung seiner Verdienste um die Einrichtung vieler Natur-Großreservate in Ostdeutschland, Osteuropa und Asien. Mit dem Preisgeld gründete Succow 1998 seine gleichnamige Stiftung zum Schutz der Natur. Heute lebt der weltweit geachtete Moorforscher und Landschaftsökologe mit seiner Frau Ulla in Greifswald.

Vielfach ausgezeichnete Projekte

Zur Bilanz zählen eigenen Angaben zufolge unter anderem 20 ausgewiesene Schutzgebiete sowie 20.000 Hektar wiedervernässte Moorflächen. "Die größten Erfolge sind eben Nationalparke, UNESCO-zertifizierte Biosphärenschutzgebiete und vor allen Dingen auch Welterbe der Menschheit, so Succow. Zum Welterbe würden Kulturlandschaften, in Asien, Afrika und auch in Zentralamerika zählen, die mit Hilfe der Stiftung geschaffen wurden.

Internationales Renommee und nationale Erfolge

International sei die Entwicklung der Nationalparke in Aserbaidschan ein ganz großer Meilenstein gewesen, mit dem die Stiftung großes Renommee erlangte, so Nina Seifert, Biologin und Mitarbeiterin der Michael-Succow-Stiftung. Bundesweit hätte die Stiftung in den vergangenen zwanzig Jahren rund 1.400 Hektar Fläche überwiegend in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg übertragen bekommen. Hier werde seit einiger Zeit daran gearbeitet, die Landnutzung entsprechend anzupassen. Ein weiterer Schwerpunkt der Stiftungsarbeit ist der Schutz der Moore, der mittlerweile im Klimaschutzplan der Bundesregierung verankert ist, so Seifert.

Auf der Weltklimakonferenz in Bonn 2017 wurde eines der weltweit größten Projekte zur Renaturierung von Mooren ausgezeichnet, das die Greifwalder Stiftung in Zusammenarbeit mit dem niederländischen Partner Wetlands realisiert hatte. Dabei wurden Flächen vor allem in der Region um Moskau wiedervernässt, um das Feuerrisiko zu senken und gleichzeitig den Ausstoß von Treibhausgasen zu mindern. Das UN Klimasekretariat hatte das Projekt in der Kategorie "Globale Gesundheit" als innovativ und vorbildhaft bezeichnet. Zwei Jahre zuvor hatte Succow den Ehrenpreis des Deutschen Umweltpreises für sein Lebenswerk erhalten.

Förderung von Nachwuchswissenschaftlern

Die Stiftung fördert außerdem durch mehrere Stipendienprogramme mehr als 50 Nachwuchswissenschaftler, insbesondere aus Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Die größen Herausforderungen für die Zukunft sieht die Michael-Succow-Stiftung in den Folgen des Klimawandels sowie in der Umstellung von intensiver auf nachhaltige Landnutzung.

Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 03.05.2019 | 19:30 Uhr

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