Spielzeug hängt in einer Kita. © dpa-Bildfunk

Studie: Wahrscheinlich mehr Personal in Kitas nötig

Stand: 17.06.2021 17:16 Uhr

Sollte der Bund einen Rechtsanspruch auf ganztägige Hortbetreuung einführen, wäre in Mecklenburg-Vorpommern zusätzliches Personal notwendig. Das ergab eine Fachkräfteanalyse, die Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) am Donnerstag vorstellte.

Nach den Zahlen der lange angekündigten Analyse gehen bis 2030 im Land mehr als 4.100 Kita-Fachkräfte in den Ruhestand - dies sei eine verhältnismäßig hohe Zahl, da der Altersdurchschnitt in dem Beruf relativ hoch sei. Dennoch lasse sich die Lücke gut schließen durch neu ausgebildete Erzieher - dies jedoch nur unter den derzeit herrschenden Bedingungen.

Veränderte Rahmenbedingungen wahrscheinlich

Allerdings scheint es sehr wahrscheinlich, dass sich die Rahmenbedingungen ändern: Sollte ein bundesweiter Rechtsanspruch auf Ganztagsförderung im Grundschulalter beschlossen werden, würden der Studie zufolge deutlich mehr Hortplätze benötigt. Zudem liegt der Betreuungsschlüssel in den Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern derzeit bei einer Fachkraft für 15 Kinder. "Der nächste Schritt muss die Absenkung auf 14 sein und in der nächsten Legislatur zu gucken: Wie viel Fachkräfte gewinnen wir, wie entwickelt sich die Haushaltslage", sagte Drese.

Möglicherweise 3.000 zusätzliche Stellen notwendig

Sollten sich die Bedingungen so ändern, wie das Land es erwartet, wären bis zum Jahr 2025 rund 1.500 zusätzliche Stellen notwendig, bis 2030 sogar 3.000 - angesichts von etwa 700 Erzieherinnen und Erziehern, die derzeit pro Ausbildungsjahr ihren Abschluss machen, könnte es zu Problemen kommen, die Lücke zu füllen.

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FSJler sollen helfen

Um den Mehrbedarf zu decken, will Drese die duale, vergütete Erzieherausbildung ausweiten: Erziehende sind in dieser in einer Einrichtung angestellt, während sie zugleich für die Arbeit entweder in Kita oder Hort ausgebildet werden. Für die Träger solle dies schmackhaft gemacht werden, indem Auszubildende nicht mehr auf den Personalschlüssel angerechnet werden. Zudem solle es sie Alltagshelfer, die zu Corona-Zeiten in den Kitas finanziert wurden, weiterhin geben und Plätze im Freiwilligen Sozialen Jahr in größerem Maße an Kitas vergeben werden.

Kritik von der Opposition

Im Landtagswahlkampf will die SPD mit einem 50 Millionen-Euro-Sozialpaket punkten - darin ist der leicht verbesserte Betreuungsschlüssel schon eingepreist. Das reicht nicht, kritisiert die Kita-Expertin der Linksfraktion, Jacqueline Bernhardt - denn so würden Krippe und Hort leer ausgehen.

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