Touristen nutzen das hochsommerliche Wetter am Strand auf der Insel Usedom zum Sonnen und Baden. © dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer

Studie: Hohe Akzeptanz für Tourismus in MV

Stand: 08.09.2021 11:24 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern ist ein gefragtes Urlaubsland. Aber identifizieren sich die Einheimischen auch mit der hiesigen Tourismusbranche? Die große Mehrheit tut dies. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie, die der Landestourismusverband zum Auftakt der dreitägigen Tourismustage in Kühlungsborn vorgestellt hat.

1.300 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern sind für die repräsentative Studie per Telefon und online befragt worden. Dabei habe sich gezeigt, dass eine Mehrheit in Mecklenburg-Vorpommern den Tourismus schätzt - und dabei die positiven Effekte im Blick hat. So glauben 86 Prozent der Befragten, dass der Tourismus die lokale Wirtschaft im Land fördert. 73 Prozent meinen, dass Tourismus attraktive Arbeitsplätze schafft. Eine positive Auswirkung auf den Erhalt der Kultur bescheinigen 67 Prozent dem Fremdenverkehr und für 53 Prozent begünstigt der Tourismus ein vielfältigeres Freizeitangebot. Insbesondere in den touristischen Hochburgen gibt es eine breite Zustimmung zu dieser These, in weniger touristisch geprägten Gegenden fällt sie dagegen deutlich niedriger aus.

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Fast jeder Zweite meint: Es ist schon zu voll

Es gibt jedoch auch ein Aber: Fast die Hälfte der Befragten - 45 Prozent - findet, dass es schon jetzt zu voll ist im Land. Solche Äußerungen kamen vor allem aus touristischen Hochburgen, insbesondere von der Insel Usedom. Mehr als die Häfte (59 Prozent) ist überzeugt, dass der Tourismus zur Belastung der Natur beiträgt und 53 Prozent meinen, dass Tourismus für einen Preisanstieg sorgt. Zwei Drittel (66 Prozent) gaben an, dass mit dem Tourismus keine Steigerung der Lebensqualität einhergehe.

Verbandschef Waldmüller: Studie deckt "Knackpunkte" auf 

Nach Angaben des Präsidenten des Tourismusverbands, Wolfgang Waldmüller, decke die Untersuchung "Knackpunkte" und "Widersprüche" auf: "Warum beispielsweise nehmen die Menschen zwar ein vielfältiges Angebot durch den Tourismus wahr, sehen dadurch aber keine Steigerung der eigenen Lebensqualität?" Es gehe im Tourismus in MV künftig mehr um Qualität statt Quantität. Das heiße auch, dass stärker zu fragen sei, ob geplante touristische Vorhaben in die Region und die vorhandene Infrastruktur passten, so Waldmüller. Bei neuen Vorhaben müsse geprüft werden, ob sie die touristische Angebotspalette des Landes ergänzen und qualitativ aufwerten. "Hier ist auch Augenmaß wichtig, beispielsweise wenn es darum geht, die Bürger vor Ort mitzunehmen", so Waldmüller weiter.

Tourismustage im Zeichen der Personalkrise der Branche

Die Studie ist Teil der Initiative "Wir sind Urlaubsland". Damit will der Landestourismusverband über mehrere Jahre für einen Dialog der Branche mit der einheimischen Bevölkerung sorgen. Das Verhältnis der Bevölkerung Mecklenburg-Vorpommerns zum Tourismus ist zugleich eines der bestimmenden Themen der MV-Tourismustage, die am heutigen Mittwoch (8. September) begonnen haben. Die dreitägige Veranstaltung ist ein neues Format, in dem digital und interaktiv mehrere Hundert Teilnehmer die Weichen für die Zukunft stellen wollen. Laut Waldmüller stehen für die Branche im Land entscheidende Jahre an. Auf allen Ebenen würden Verbesserungen benötigt. Eine wichtige Größe dabei sei das Verhalten der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern gegenüber den Gästen. Eines der weiteren Themen ist die Personalkrise der Branche und die Suche nach Lösungen.

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NDR 1 Radio MV | Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern | 08.09.2021 | 11:00 Uhr

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