Stand: 03.12.2018 15:05 Uhr

Studie: Fährverbindung nach Usedom ab 2025 möglich

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In Ueckermünde wird die Einrichtung einer Autofähre nach Usedom geprüft. (Archivbild)

Eine Fährverbindung zwischen Ueckermünde (Landkreis Vorpommern-Greifswald) und dem Süden Usedoms wäre frühestens ab 2025 möglich und würde etwa 50 Millionen Euro kosten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Machbarkeitsstudie im Auftrag des Vorpommern-Staatssekretärs Patrick Dahlemann (SPD) und der Stadt Ueckermünde.

Energiesparende Elektrofähre fürs Klima

Mit Blick auf die aktuellen Klimaziele müsse eine Fährverbindung auf der knapp acht Kilometer langen Strecke zwischen dem Industriehafen Berndshof und Zirchow auf Usedom vor allem energiesparend sein. Dahlemann sprach von einem "Leuchtturm-Projekt" für Vorpommern. Insgesamt drei hochmoderne Elektrofähren könnten zukünftig rund 1.000 Personen pro Tag transportieren. Dies entspricht etwa 3,2 Prozent der rund 7,7 Millionen Fahrzeuge, die jährlich über die Insel rollen.

Entlastung des Inselverkehrs

Auf den Gesamtverkehr gerechnet sei das nicht viel, helfe aber, Usedom zu entlasten, so Harald Arndt, der als Entwicklungsleiter der Firma Neptun Ship Design GmbH die Studie vorstellte. Seit Jahren steigt der Verkehr auf den beiden Zufahrtsstrecken über Wolgast und die Zecheriner Brücke. Mit der Fährverbindung sind jedoch hohe Kosten verbunden, weil Infrastruktur und Anleger in beiden Orten ausgebaut oder sogar neu gebaut werden müssten. Vor allem am Südufer Usedoms fehlt bislang jede Infrastruktur. Der Bau des Anlegers auf der Insel würde wegen erforderlicher Ausbaggerungsarbeiten für den nötigen Tiefgang mit etwa 27 Milionen Euro als größter Posten zu Buche schlagen.

Aufwertung der Haffregion erhofft

Der Studie zufolge sind mit dem Fährverkehr auch Hoffnungen verbunden, die Region am Stettiner Haff sowie deren Hinterland aufwerten zu können. "Wir wollen zahlungskräftiges Klientel von der Insel Usedom runterlocken und die Tourismusregion Ueckermünde am Stettiner Haff beleben", erklärte Dahlemann. Verkehrsexperten rechnen mit weiterem Verkehrswachstum auf Usedom, wenn der Tunnel unter der Swine in Polen fertig ist.

Weitere Sondierungen nötig

Die Studie sei nur der Auftakt für die nun beginnende Planungsphase, sagte Ueckermündes amtierender Bürgermeister Jürgen Kliewe. Zunächst seien noch Gespräche mit den Gemeinden, dem Landkreis und der Landesregierung nötig, bevor ein mögliches Betreiberunternehmen gesucht werden könne.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 03.12.2018 | 15:00 Uhr

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